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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1877-01-01 · Heft 11 · p. Seite 511

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
26 (1877)
Issue
Heft 11
Article
Über die Bedeutung des drei und siebzigsten Psalms
Date
1877-01-01
Page
Seite 511 (sequence 14)
Language
German
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Ucbei die Bedeutung des drei und siebzigsten Psalms. kill ״welche die Geheimnisse Gottes nicht kennen, keinen Lohn der Frömmigkeit hoffen und den Ehrenlohn unschul-, diger Seelen für nichts achten", über Männer, die in ihrer sittlichen Verkommenheit ״das ganze menschliche Leben für eine Spielbnde halten und es unverholen aussprechen: Man müsse, woher es sei, auch ans dein Bösen Nutzen ziehen". Ebenso spricht Jesus Sirach (41, 8 fg. 4L) mit Entrüstung von jenen Männern, ״die das Gesetz des Höchsten verlassen und sich des Gesetzes und des Bundes des Höchsten schämen, denn nicht jede Scham ist gut". Ni ehr noch als die Trostlosigkeit der damaligen politischen Verhältnisse beklagt er die sittliche Gesunkenheit seines Volkes. Sie ist ihm die natürliche Folge der Geringschätzung der Lehren des Judenthums und der Leichtfertigkeit, womit man aus allerlei nichtigen Gründen die religiösen Vorschriften verletzt; darum ermahnt er auch seine Zeitgenossen: niemals aus Rücksicht gegen Andere zu sündigen. Von Männern dieser verderbten Gesinnungsrichtung sind die Ruchlosen die 7mqav0(101 hervorgegangeu, von welchen (Makkab. I. 1, 11) erzählt wird, ״Daß sie viele beredeten, indem sie sagten: Lasset uns einen Bund schließen mit den Völkern, die rings um uns her sind, denn seitdem wir uns von ihnen abgesondert (d. h. der sopheritischen Auslegungen der pentateuchischen Satzungen gemäß gelebt), haben uns viele Leiden getroffen". Das sind die הוללים, die 5ragdvofioi, über deren Thun und Treibe:: der Psalmist sich ereifert. ״Sie betrübten die Frommen, mißachteten ihre Thaten, behandelten siemnit Gelächter und schmählicher Gleichnißrede" '), sie waren es auch, welche die heidnische Weise in Palästina einführen wollten, und da die äußeren Verhältnisse ihrem bösen Vorhaben günstig waren, gelang es ihnen auch, durch ihre gleißnerischen Reden sich einen großen Anhang beim Volke zu verschaffen. ') Buch der Weisheit Salomons 5, 1—3, urgl. ferner 2, 19.

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