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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1877-01-01 · Heft 11 · p. Seite 510

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
26 (1877)
Issue
Heft 11
Article
Über die Bedeutung des drei und siebzigsten Psalms
Date
1877-01-01
Page
Seite 510 (sequence 13)
Language
German
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516 lieber die Bedeutung des drei und siebzigsten Psalms: Gemüthslebeu angehören, kaum noch zu begreifeil im Stande ist, oft sogar lioch tiefer herabsinkt und gur rohen Gewaltsamkeit oder seilen und gefälligen Niederträchtigkeit entartet. Es braucht nicht erst hervorgehoben zu werden, das; schon die Tobijaden um der hohen Stellung willen, die sie an den Höfen der ägyptischen und syrischen Könige inne hatten, es mit den religiösen Satzungen sehr leichtfertig ilahmen, das; der Tenipelaufseher Simon, welchen der Hohepriester Onias wegen gesetzwidriger Handlungen tadelte, aus Heuchelei >lnd Augetldienerei für die Syrier zum Verrathe gegen das Heiiigthnm sich hinreißeu ließ, daß der Hohepriester Jason in seiner Gesinnungslosigkeit sich so sehr verstieg, daß er, um beu Juden das höhere griechische Bürgerrecht zu verschaffen'), bei Antiochos Epiphanes die Erlaubnis; sich erkaufte, in Jerusalem Gymnasien mit allen ihren, das jüdische Schamgefühl tief verletzenden Kampfübuugen einzuführen, ja sogar als einst in Tyr!ls die olympischen Spiele gefeiert wurden, eineil Geldbeitrag dahinsaudte, welcher z>; einem Festopfer für Herakles verwendet werden sollte, ivodurch es dahiil kam, ״daß mail die väterlichen Ehreil für ilichts achtete und nur die griechischen für die schöirsten hielt" 2). Solche Beispiele gehörten damals nicht zu den Seltenheiten. Schon das Buch ״die Weisheit Salomons" *) (2, 22; 15, 12) klagt über jene, ') 58101־. Grätz Geschichte (II b., 298). ») Makkab. II. 4, 15. J) Wann dieses Buch geschrieben wurde, läßt sich noch immer nicht mit Sicherheit angeben. Herzfeld (III. 76) u. A. glauben um 260 v. Ehr., die meisten halten es jedoch für ein Product einer viel späteren Zeit. Aber auch in letzterem Falls ist dieses Buch für die Charakteristik der vormakkabäischen Zeit von Bedeutung, weil hier zum Theil auch jene Schäden und Gebrechen gegeißelt werden, die seit dem Eindringen des Hellenismus und den oft erwähnten Mißverhältnissen, die dadurch erzeugt wurden, zuni Vorschein kamen und lange noch in manchen Kreisen fortwucherten, namentlich in jenen, in welchen der Verfasser, der mit der da maligen griechischen Philosophie, wie sie in Alexandrien gelehrt wurde, sehr vertraut war, sich bewegt«. Vrgl. die weiter unten angeführten Stellen aus diesem Buche, ferner K. 15.

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