Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 26 (1877)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Über die Bedeutung des drei und siebzigsten Psalms
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 507 (sequence 10)
- Language
- German
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ttefier die Bedeutung des drei und siebzigsten Psalms. 507 aitgedeutet, das der Verniuthung Raum geben könnte, daß auch damals, wie in den früheren Zeiten, die bei der Menge vorherrschende Hinneigung zitm Sinnesdienste und den abergläubischeu Anschauungen des Heidenthums den Abfall bewirkte, vielmehr läßt sich aus beit Gründen, die hier von den Verführern des Volkes geltend gemacht wurden, mit voller Sicherheit entnehmen, daß sein Ursprung einer iinmer mehr um sich greifenden Art von Freigeisterei, die durch gewisse Ereignisse hervorgernsen wurde, znzuschreiben sei, einer Denkungsweise, unter deren Einsluße es oft dahin kommt, daß das materielle Gedeihen und die zeitlichen Interessen dem Menscheir über Alles gehen, hingegen die religiösen Bedürfnisi« und die höheren nationalen Angelegenheiten minder bedeutungsvoll erscheinen. Von dieser Richtung wurden, nrie es in der Regel geschieht, auch damals zunächst die Reichen und Angesehenen im Volke befangen. Sie suchten die Menge zu»dl Abfall zu bewegen, indem sie Vorgaben, daß dadurch die äicßere Lage des Volkes sich günstiger gestalten werde. Gott, behaupteten sie, könne von dem Thun und Lassen der Menschen nichts wissen, denn wie wäre es sonst möglich, daß die Frevler glücklich leben, während den Frommen oft ein herbes Loos beschieden ist. Es wäre darum thöricht, einen Lohn für den frommen Wandel noch zu erwarten und um der Religion willen so viel Leid und Mißgeschick zu ertragen, oder auch nur die zeitlichen Vortheile außer Acht zu lassen. Dieses Alles jedoch entspricht ganz den Schilderungeil, die wir haben von den Zuständen und Bewegungen, welche einige Deceimien vor dem Auftreten der Makkabäer, seitdeni der Hellenismus auch in Palästina allmälig Verbreitung gefunden, unter den Juden daselbst herbeigeführt wurden. Wohl wurde schou zur Zeit des Propheteu Maleachi die Klage taut: ״Wo ist der Gott der Gerechtigkeit!" wohl konnte man schon damals Slimnten veruehineu, die da sagte!:: ״Vergeblich ist es, Gott