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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1877-01-01 · Heft 11 · p. Seite 503

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
26 (1877)
Issue
Heft 11
Article
Über die Bedeutung des drei und siebzigsten Psalms
Date
1877-01-01
Page
Seite 503 (sequence 6)
Language
German
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Ueber die Bedeutung dedrei und siebzigsten Psalms. 803 uns ergeben, welche verschiedene Richtungen hierbei eingeschlagen wurden. Das Büchlein Aboth hat uns den bekannten Spruch des in dieser Zeit lebenden Antigonos aus Socho erhalten, worin er in unverkennbaren Zügen seinen Standpunkt darlegte gegenüber den damals, unter dem Einflüsse der eben geschilderten Verhältnisse, entstandenen Bewegungen. Er lautet: אל תהי בעבדים ״ המשמשים את הרב על מנת לקבל פרם אלא היו וכרSeid nicht wie die Sklaven, die dem Herrn dienen um des Lohnes willen, fortbern seid wie die Sklaven, die dem Herrn dienen ohne Absicht auf Lohn, und es möge Gottesfurcht über euch sein". Es kann nicht in Abrede gestellt werden, daß dieser Ausspruch den Anschaunngen der Stoiker ziemlich verwandt ist. Zwar haben wir keine Beweise, um mit Sicherheit annehmen zn können, daß Antigonos mit den Lehren der Stoiker vertraut war, oder daß ihre Philosopheme schon damals unter den Juden in Palästina verbreitet waren; aber ähnliche Ursachen bringen in der Regel ähnliche Folgen und Wirkungen hervor. Wie der Stoicismus in einer Zeit sich entwickelte, wo die politische Freiheit der Griechen der Macht der macedonischen und bald darauf der römischen Weltherrschaft, welche jede bedeutende Selbstthätigkeit unterdrückte, gänzlich unterlag, wo dem Einzelnen darum nichts anderes übrig blieb, als die unbedingte Ergebung in den Gang der Dinge, auf welchen weder ihm noch ganzen Völkerschaften eine bemerkbare Einwirkung kaum möglich schien — wie denn auch Kleanthes die Ergebung in den Weltlauf als eine der nachdrücklichsten Forderungen der stoischen Sittenlehre bezeichnet — so waren auch die Verhältnisse der Juden gegen Ende des dritten Jahrhunderts v. Ehr. wohl geeignet, ähnliche Ansichten und Anschauungen hie und da bei denkenden Männern wachzurufen. Den Stoikern giebt es außer der Tugend kein Gut, ihnen ist die Tugend die unbedingte Unterwerfung unter das

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