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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1877-01-01 · Heft 11 · p. Seite 502

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
26 (1877)
Issue
Heft 11
Article
Über die Bedeutung des drei und siebzigsten Psalms
Date
1877-01-01
Page
Seite 502 (sequence 5)
Language
German
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502 Ueber die Bedeutung des drei und siebzigsten Psalms. lichen Verhalten, welches inan so häufig im Leben wahrnehmen kann, indem der Gute selten hieuiedeu Lohn und Anerkennung findet, oft sogar unschuldig leideil muß, während der Gottlose sich des besten Wohlseins erfreut, der Zweifel an die göttliche Vorsehung und ewig waltende Gerechtigkeit, der dadurch gewellt wird, nrochte, wie in deil früheren Zeiten, auch in dieser Periode den Geist so vieler Männer der verschiedensten Volksklassen beschäftigt haben. Denil wo gab es noch einen Zeitpunkt, wo eben dieses Mißverhältniß so häufig mib in solch' augenfälliger, ncan möchte sagen, tief erschütternder Weise sich offenbarte? Waren es ja die Abtrünnigen, die sogeuannteil Griechlinge, welche eineil schimpflichen Verrath au der heiligen Sache des Volkes und der Religion übten, die im Voilgenuße ihrer Reichthümer uild Glncksgüter schwelgten, alle Ehrenstellen und Aus- Zeichnungen inne hatten und darum mit Hohn und Verachtung auf jene herabblickten, die voll Treue und gläubiger Hingebung an Gesetz und altherkömmliche nationale Sitte noch streilg hielten und dafür oft Schniach, Zurücksetzung ititb Anfeindung zu erdulden hatten. זו תורה וזו שכרה mochten, wie in einer späteren Zeit Elischa ben Abuja, auch damals einige Männer ausgerufen und vielleicht auch wie er, sich aus diesem Grunde bem Glaubeil abgewendet haben. Dieseil Erscheinungen und Wahrnehmungen gegenüber konnten die denkenden Männer jener Zeit sich nicht gleichgültig verhalten; die Klagen schienen allzu gerecht, der Einfluß, den sie auf die Meilge zu üben vermochten und bei vielen schon bewirkt hatten, war voil allzu großer Tragiveite, als daß nicht einzelne hervorragende Persönlichkeiten sich äugeregt fühlen sollten, die Lösung dieses Räthsels zu versucheil oder die nachtheiligen Folgen dieser Zweifel und Gemüthsuilmhe abzuschwächen, uub in der Thal, wenn ivir die Psalmen dieser Periode, so wie das Wenige, was die Spruch-Literatur uns aus derselbe» ausbewahrt hat, näher betrachten, wird es sich

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