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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1877-01-01 · Heft 11 · p. Seite 494

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
26 (1877)
Issue
Heft 11
Article
Die Vorstadt Bezetha
Date
1877-01-01
Page
Seite 494 (sequence 14)
Language
German
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494 Die Borstadt Bezetha. Diese talmudische Quelle oder die Tradition des Abba- Saus liefert nicht bloß eine Parallele zu Josephus' Angaben, sondern ergänzt und erläutert sie auch. Zunächst ist die Thatsache ins Licht gesetzt, daß der niedere Stadttheil zuerst angebaut worden, war. Damit er aber denselben Charakter wie das alte Jerusalem haben sollte, wurde er mit einem Wall umgeben. Dieser bestand wohl bloß aus einer niederen Steinmauer. Dieser neue Stadttheil, von dein auch Josephus anssagt, er sei zur Stadt gezogen worden, wurde gewiß durch irgend einen Akt consecrirt, und dadurch war es ermöglicht, in deinselden auch Opferfleisch und zweiten Zehnten zn genießen. Zn welcher Zeit diese Consecration stattgesnnden hat, wußte der Tradent Abba-Saul selbst nicht mehr; man dachte sie sich zur Zeit der Rückkehr ans Babylonien vollzogen. Wahrscheinlich ist die Consecration zur Zeit der Hasmonäer erfolgt. Unter Herodes bestand bereits die Bezetha. Aber dieser neue niedere Stadttheil genügte mit der Zeit dein Bedürfnisse nicht. Die immer mehr anwachsende Bevölkerung begann auch den höhern Theil, den Hügel Bezetha rnit Häusern und Straßen zn bedecken. Die hier angesiedelte Bevölkerung war aber in Verlegenheit, so lange dieser Theil noch nicht umwallt war, da sie Opfertheile und Zehnten nicht an ihrem Heerde verzehren durfte, sondern sich damit nach den Stadttheilen innerhalb der Mauern begeben mußte. Diesen! Bedürfnisse sollte durch Agripva's Unternehmung, eine dritte starke Mauer um die ganze Bezetha zu ziehen, abgeholfen werden. Da er aber das Werk nicht vollenden und auch nicht correct rituell consecriren konnte, so behielt der höhere Theil einen nur unvollständigen geheiligten Charakter (העגונה אין קדושתה גמורה). Die Frommen betrachteten ihn daher als außerhalb Jerusalems gelegen, nur das weniger skrupulöse Volk, die Handwerker, Kauflente, Ackerbauer und die Auswärtigen nahmen es nicht so genau damit und verzehrten auch in der höher gelegenen Bezetha die

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