Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1877-01-01 · Heft 10 · p. Seite 475

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
26 (1877)
Issue
Heft 10
Article
Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo
Date
1877-01-01
Page
Seite 475 (sequence 15)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2829132-2829486-2829497-2870261--17743-2870311
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

5 entity mentions

Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo. 475 iljren Ansichten, oder als gemeinsame Entlehnungen ans einer alteren Quelle anzusehen haben. Unter den n i ch t j ü d i s ch e n Quellen nimmt selbstverstündlich, wie bei allen arabischeil und jüdischen Philosophen des Mittelalters, Aristoteles eine der ersten Stellen ein. Abra- Ham ibn Daud besitzt eine umfassende, auch auf die ferner liegenden naturwissenschaftlichen Schriften, sich erstreckende Kenntniß der aristotelischen Werke'). Bemerkeilswether noch als seine ausgedehnte Kenntniß der aristotelischen Schriften ist das tiefe Berständniß, mit dem er die Probleme der aristotelischen Philosophie erfaßt hat. Den! ungewöhnlichen Scharfsinn, den A. b. D. in der Darstellung der schwierigsten und dunkelsten Seiten der peripatetischen Philosophie entwickelt *), hat er's wahrscheinlich auch zu danken, daß Chasdai Crescas ihn mit den hervorragendsten Comrnentatoren des Aristoteles auf eine Linie stellt. Auch von den Schriften Plato's verräth A. b. D. eine so ausgebreitete Kenntniß, wie sie bei Schriftstellern aus jener Zeit wohl nicht häufig angetroffen werden mag *). In den grundlegenden Bestinlmungen seiner Ethik ist A> b. D. mehrfach dem Plato gefolgt, während er die platonische Psychologie (die Annähme dreier getrennter Seelen) entschieden bekämpft 4). Sonst werden von griechischen Schriftstellern nur noch Hippokrates, den er als den hervorragendsten unter den Naturforschern bezeichnet#), und Galen erwähnt, der letztere in einer *) So wird z. B. in der Einleitung zum zweiten Hauptabschnitt Aristot. Meteor. III, 378 auf's Genaueste wiedergegeben. Vgl. z. B. die Erörterungen über Substanz, das Verhältniß von Form und Stoff zum Substanzbegriff u. s. w. Die dem Plato entlehnten, im dritten Hauptabschnitt vorgetragenen, ethischen Ansichten sind aus folgenden Dialogen geschöpft: Enthyphryx, Protagoras, Timaeus und RepubliI, *) Em. :Ham. 6. 33 Text, deutsche Uebers. S. 4L. ') Em. Rani. S. 21 Text, deutsche Uebers. L. 88,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.