Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 26 (1877)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 466 (sequence 6)
- Language
- German
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100׳ Die Religionsphilosophie des Abraham itm Daud aus Xolcbo. siegreich zum Durchbruch gelangt ist, treten die einzelnen Entwicklungsstadien immer mehr in den Hintergrund, und die an der Erreichung des Zieles oft in bedeutsamster Weise betheiligten Mittelglieder müssen ihren Antheil an den! Erfolge an die repräs e n t ire n d en Träger der neugewonnenen Ent- Wicklung abgeben. So gilt in der späteren jüdischen Literatur der ״More Nebuchim" als die klassische Darstellung des mit der aristotelischen Philosophie versöhnten Judenthums, als der Inbegriff der jüdischen Religionsphilosophie, mit der Jeder, welcher dieses Forschungsgebiet betritt, sich vorher erst auseinander zu setzen habe. Wenn daneben aus der vormaimonidischen Literaturepoche auch noch der ״Kosari" Jehuda Halewi's und Bachja den Joseph ibn Pakuda's ״Herzenspflichten" eifrige Leser fanden, so gehörten diese doch überwiegend denjenigen Kreisen an, die in der Beschäftigung mit jenen Schriften «lehr eine dem Volksbewußtsei>r genügende Aufklärung, oder eine, ihrem religiösen Bedürfniß entsprechende, geistige Erbauung suchten. Bei aller sonstigen Verschiedenheit ihrer geistigen Individualität und ihres schriftstellerischen Charakters sind Jehuda Halewi uttb Bachja ibn Pakuda, vermöge der leichten und gefälligen Form ihrer Darstellung, ihrer religiös gestinunten Denkweise und der in ihnen vorherrschenden Gemüthstiefe, doch beide ganz besonders dazu geeignet, als Volks sch riftsteller, im besten Sinne des Wortes, auch in weiteren Kreisen Eingang zu finden. Ter schriftstellerische Charakter A. b. D.'s aber steht zu dem seiner beiden, ebengenannten, unmittelbaren Vorgänger im allerschroffsten Gegensatz. Die oft bis zum Uebermaaß gesteigerte Kürze und Knappheit des Ausdrucks, die jedes Schwungs entbehrende und immer in logischen Formen sich bewegende Darstellung, die spröde und an philosophischen Kunstausdrücken reiche Sprache erschweren selbst dem Kundigen nicht feiten das Verständniß des Buches; zu einer leichten, anregenden Lecttire für minder geübte