Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 26 (1877)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 463 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2829132-2829486-2829497-2870261--17731-2870299- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Die Religiousphilosophie bcS Abraham ibn Daud aus Toledo. 63!״ läßt, die weit über die Bedeutung hinaus ragt, welche wir ihm zugemessen hätten, wären wir in unserem llrtheil einzig und allein auf die dürftigen Spuren angewiesen, welche dieses Buch in der jüdischen Literatur zurückgelassen hat. Mit Ausnahme zweier Schriftsteller aus dem vierzehnten und fünfzehnten Jahrhundert, die gelegentlich einmal des Buches ״Emunah Ramah" Erwähnung thnn'), und der Anführung bei den Chronographen, die aber kaum auf eine durch Autopsie erlangte Kenntniß von ihm schließen läßt 2), wird dasselbe in der gesammteu jüdischen Literatur mit einer, in Anbetracht seiner wirklichen Bedeutung, fast beispiellosen Beharrlichkeit ignoriert. Unsere Verwunderung über diese, dem ״Emunah Ramah" widerfahrene, Unbill ist umso begründeter, als schon der Name seines Verfassers es vor einem solchen Schicksal hätte bewahren sollen. Abraham ibn Daud hat für die Kenntniß eines der wichtigsten Zeiträume der jüdischen Geschichte durch sein ״Sepher Hackabalah" eine so hervorragende Bedeutung erlangt und genießt, als historischer Schriftsteller, eines so ausgezeichneten Rufes 8), daß schon das Interesse für seine Persönlichkeit die Ausmerksamkeit der Leser auch seiner philosophischen Schrift hätte zuwenden sollen, um die einmal auf dein Gebiete der Historiographie mit dem Verfasser angeknüpfte Bekanntschaft ans einem ganz anderen Gebiete, dem der metaphysischen Spekulation, fortzusetzen. '> Der Philosoph Chasbai Crescas in seinem '1 Mt«, Anfang des ersten Abschnitts, und Isaak Arama in seinen philosophisch-homiletischen Betrachtungen zum Pentateuch עקדת יצחק. Genesis Pforte I. *) Sebcr Hadoroth z. B. giebt den Inhalt des Buches an mit den Worten: מעניני נשמה, als beschränke es sich auf eine Darstellung der Psychologie. Der freilich auch sonst wenig zuverlässige Gedalja ibn Jachja in seinem Schalscheleth Hackabalah giebt dem Buche sogar einen falschen Titel: אמונה רבה. *) Jost, Geschichte des Jndenth. und seiner Sekten II, S. 425 hält dieses Werk allerdings für ״nicht gelungen", ohne jedoch sein Urtheil weiter zu begründen.