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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1877-01-01 · Heft 10 · p. Seite 459

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
26 (1877)
Issue
Heft 10
Article
Zur Geschichte und Chronologie Agrippa's II, der Procuratoren und der Hohenpriester seiner Zeit
Date
1877-01-01
Page
Seite 459 (sequence 17)
Language
German
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der Procuratoren und der Hohenpriester seiner Zeit. 159 Schlagwort der Predigt. Unter dem eweßrjs Xoyc.a!xöi versteht die Predigt das von Gott ge offen barte Gesetz. Dieses sei wohl Im Stande, die menschlichen Neigungen oder das Fleischliche zu bezähmen (e. 3). Die Predigt beweist dieses besonders durch Thalsachen aus der biblischen Geschichte. Joseph hat die Wollust besiegt (das.). David hat den brennenden Durst überwunden und das Wasser, das ihn laben sollte, für den Herrn ausgegossen. Jakob, das Ideal der Weisheit, hat den Zornes-!null) verwünscht. Daniel und sein Freunde haben um des Gesetzes nullen die Liebe zum Leben überwunden. Und nun erst die leuchtenden Beispiele der Märtyrer, des Greises Eleasar und der jugendlichen sieben Brüder utib ihrer Mutter! Die Bedeutitng dieser Predigt tritt erst recht heraus, wenn man annehmen kann, daß sie gegen die oder den Gesetzverächter gerichtet ist, gegen die Behauptung, daß weder die ethische Natur der Menscheu, noch der voll der Religion oder dem Gesetze unterstützte Vernnnftwille, der evireß^s Xoyiapoc, im Stande sei, gegen die fleischlichen Regungen des Menschen zu reagiren. Die Predigt wendet sich offenbar an judäische Bekenner, welche die heilige Schrift hoch hielten, und will eben daraus und aus andereir Beispielerl beweisen, daß es auf diesem Standpunkte absurd sei zu behaupten, der Mensch vermöge sich nicht zu beschränken der Wille sei nicht stack genug, das Fleisch zu beherrscherl. Man, beachte Folgendes. Paulus behauptete, das Verbot im Dekalog! ״Du sollst nicht gelüsteil", habe erst das Gelüste wachgerufen und zum Bewußtsein gebracht, das nun weder durch die natürliche Einsicht, noch durch das Gesetz unterdrückt werden könile. Unser Prediger folgert das Eirtgegengesetzte daraus (e. 3)! ״Das Gesetz sagt ״Du sollst nicht nach dem Weib deines Nächsten gelüsten. Da es tlun sagt, daß wir gar nichts gelüsten sollen, so hat es uns damit überzeugt, daß der loyia^öt; die Begierden beherrscheu kann". — Man erwäge noch die Auseinandersetzung von

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