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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1877-01-01 · Heft 10 · p. Seite 458

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
26 (1877)
Issue
Heft 10
Article
Zur Geschichte und Chronologie Agrippa's II, der Procuratoren und der Hohenpriester seiner Zeit
Date
1877-01-01
Page
Seite 458 (sequence 16)
Language
German
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458 Zm Geschichte und Chronologie Agrippa'S II, zu thun. Nun habe zwar Gott das Gesetz ge offenbart, welches den menschlichen Willen zum Dienste des Guten anleiten und kräftigen soll. Paulus aber leugnete die ethische Kraft des Gesetzes in entschied euer Weise: ״Wir wissen zwar, daß das Gesetz geistig ist, ich aber bin fleischlich unter die Sünde (als Sklave) verkauft. Denn ich weih nicht, was ich thue; denn ich thue nicht, was ich will, sondern, was ich hasse, thue ich. . . . Denn ich weiß, daß in mir, das ist in meinem Fleische, nichts Gutes wohnt. Willen habe ich wohl, aber zu vollbringen das Gute reiche ich nicht ans. ... Ich habe Lust au Gottes Gesetze nach dem inwendigen Mens chen, ich sehe aber ein anderes Gesetz in »reinen Gliedern, das dem Gesetze meines G e i st e s widerstreitet, (äi’UffQaravüfievor «<> vdfiw zov voög j.ioo) und nimmt mich gefangen tu der Sünde Gesetz" (Römerbr. 7, 14—23). Paulus ging noch viel weiter in der Aechtung des Gesetzes, um dadurch die christliche Heilsanstalt als nothwendig erscheineu zu lassen. Das Gesetz habe nur noch dazu beigetragen, die Sündhaftigkeit zu mehren oder die in Unbewußtheit begattgene Uebertretung zu einer mit Bewußtsein ausgeführte Sundenschuld zu potenziren. ״Die Sünde erkannte ich nicht, ohite durch das Gesetz. Deitn ich wußte nichts von der Lust, wo das Gesetz nicht gesagt hätte: ״laß dich nicht gelüsten"" (Rbr. 7, 7). Die Predigt int IV. Makkabb. stellt nun das gerade Entgegengesetzte auf, und dieses bildet ihr Grundthema. Sie stellt die Untersuchung an, ob der religiös durchwehte Vernuitftwille Herr der Gemüthsbeweguug ist (Eingang) und komntt durch mancherlei Beweismittel zu dein Resultate, daß er allerdings alle Leidettschaften beherrschen könne, nicht bloß in innern, sondern aitch in äitßeru. Der Mensch verntöge durchaus seine Begierden oder sein Fleisch zu bezähmen, nicht bloß Männer, sondern auch schwache Weiber (c. 10). Das ist das

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