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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1877-01-01 · Heft 10 · p. Seite 457

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
26 (1877)
Issue
Heft 10
Article
Zur Geschichte und Chronologie Agrippa's II, der Procuratoren und der Hohenpriester seiner Zeit
Date
1877-01-01
Page
Seite 457 (sequence 15)
Language
German
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der P rocuratoren und der Hohenpriester seiner Zeit. 457 HI* N. 3). Folglich ist die Predigt zwischen 41 und 66 gehalten worden. Der Perminus ad quem 66 ist deßivegen gerechtfertigt, weil die Predigt keine Spur von kriegerischer oder revolutionärer Aufregung oder von Gefährdung des jildäischen Staates verräth. Ihre Tendenz ist auch nicht, die Gemeinde, in der sie gehalten wurde, zu ernlahneil, in Prüfungen des Religions- Zwanges ivie die Märtyrer-Vorbilder standhaft zu bleiben, sondern ihr »tahzulegen, den: Gesetz zu gehorchen. Diese Teildenz ist zusammengefaßt in Cap. 17 Ende: ״O Israeliten, Nachkomuieu der abrahamitischen Samen, gehorchet dem Gesetze!". Die Predigt legt mehr Gewicht darauf nachzuweisen, daß der religiöse Vernunftwille (o evaeßrjs Xoyiafiög) die Begierde, also das Lustgefühl zu bezähmen im Stande sei, als nach der anderen Seite, daß sie den Schmerz überwinden könne. Sie ist also nicht an solche gerichtet, welche vor denr Märtyrerthum standen, sondern an solche, welche das Gesetz gering schätzten. Es schrillt fast, als ob der Prediger von der Macht des religiösen Vernünftwillens der Theorie des A p o st e l s Paulus habe entgegen treten :vollen. Paulus' Sophistereien gingen von der Axion» ans, daß der Mensch ohile ganz besondere wunderthätige Heilsveranftaltung gegen das Fleisch, die Gelüste und die daraus elltspringende Sünde nicht zu reagiren vermöge. Der Leib, das Fleisch sei nicht bloß Sitz der Sünde, sondern Urheber und Anreger derselben. Die Werke des Fleisches seien Ehebruch, Hurerei, Feindschaft, Zorn u. s. w. (Galaterbr. 5, 19 fg.). In dein nienschlichen Wesen stecke einmal dieser unüberwindliche Gegensatz: ״Das Fleisch gelüstet wider den Geist und der Geist wider das Fleisch, dieselben sind wider einander, daß ihr nicht das zu thun vermöget, was ihr wollt" (das. V. 17). Aus sich selbst, aus seiner ethischen Seelenanlage vermöge daher der Mensch wegeil seiner fleischlichen Verdorbenheit nichts, gar nichts Gutes und Gottgefälliges

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