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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1877-01-01 · Heft 10 · p. Seite 436

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
26 (1877)
Issue
Heft 10
Article
Das Korbfest der Erstlinge bei Philo
Date
1877-01-01
Page
Seite 436 (sequence 4)
Language
German
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486 Das Korbfest der Erstlinge bei Philo. die Rede. Woher kannte Philo alle diese Eeiuzelnheiten, und noch dazu den Umstand, daß Unkundigen der ״Gesan g" oder das ״B e k e n n t n i ß" vorgelesen wurde? Die alexandrinischen Judäer waren durchaus nicht mit den Verhältnissen Jerusalems und des Tempels vertraut. Der Nerf. des Aristeasbriefes, ein Alexandriner, verräth die gröbste Unwissenheit bezüglich der Localität und der Vorkommnisse in der sudäischen Hauptstadt. Selbst Philo zeigte UnkenuLuiß bezüglich der Art, wie das Paschavpfer in Jerusalem dargebracht wurde *). Wenn sich also Philo gerade darin gut unterrichtet zeigt, so wäre daraus zu schließen, daß er das ״Korb fest" e tu mal weuigsteus i u Jerus a l e m m i L eigenen Augen gesehen haben m u ß. Schildert er es aus eigener Erfahrung, dann kann er nur zur Zeit A g t i p p a ’ S I in Jerusalem gewesen sein. י) An drei Stellen hebt Philo hervor, das; das Paschalamm. nicht von den Priestern, sondern von jedem einzelnen Israeliten geopfert zu werden Pflegte, weil an diesem Feste zur Erinnerung an den Auszug aus Aegypten, ausnahmsweise jedem Einzelnen das Neckt zustehe, Priesterfunktion zu üben. Es sei ein Volksopser gewesen. 1)6 Vita No/sLs III 29, M. II p. 169. f/v fj (eoQTij JlaGxa) ovx 01 juev cdtorrac rcgogayovGi T0) ß0)f.up rä ceycla, 300 0 gc 06 01 16Q6Zc, ctXXä xo^iov 7100grause G v (Li 71 a r 7; 0 6 3 r 0 g (soavat tojv xarä f,1600g ixaarov rag vnhq gvtov 3vaCag avdyovTgg rote xai yectoovoyovvwg. De Decalogo 80 M. II p. 206 : 6v f! 3vovgc na vde/xsl avzwv ixccGTog 70 vg 16Q6Zg gvtvov ovx arafitvovrtg, l e q uo g vv 7ן v tov vöjbiov %a0LG0,(Li£v°v r m 6 3'יו e 0 n ct v 71 p, C a ׳v fjjnäQav e§atQ6rov dvä 7räv 6rog elg avT0vqyCafv Ü'vgcöov. — De Sepienario 18, M. II 292: näG%a . . . ev fj UvovGo nayöepei . . . to Sh tote Txqayülr oQCtv 8</rrjx6v 0 vöpoc an x a 7 ivcavTÖv 6XUGT0V eig evxctocGnag imöpvr^Gcv. Will man nicht annehmen, daß Philo diesen auffallenden Umstand, daß beim Paschaopfer jeder Laie als Priester sungiren durfte, aus dem Finger gesogen oder das Gesetz auf subjektive Weise ausgelegt habe, so ist mau gezwungen anzunehmen, daß er von dem Brauche spricht, der!m O n i a s - T e m p e l ein geführt gewesen ist. In diesem muß es wohl alljährlich vorgekommen sein, (da die Zahl der Priester, welche dazu gehörten, wohl nicht ausgereicht hat, für so viele Laien zu opfern), daß diese selbst geopfert haben. Philo wußte also nicht, daß in Jerusalem diese Ausnahme nicht stattgesunden hat.

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