Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 26 (1877)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Mardochai ben Hillel, sein Leben, seine Schriften und die von ihm citirten Autoritäten
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 431 (sequence 11)
- Language
- German
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sein Leben, seine Schriften und die von ihm citirten Autoritäten. 431 literarische Thätigkeit mit demselben noch keineswegs erschöpft 1). Samuel Schlettstadt hat aber das Buch des Mardochai nicht bloß ausgezogen, sondern auch mit den zahlreichen Anmerkungen und Zusätzen versehen, die unter dem Namen ״Hagahot Mardochai" bald, wie in der Ausgabe von Riva 1558, als selbstständiger Nachtrag, bald, wie in den dem Alfassi beigedruckten Ausgaben, partieenweise nach den einzelnen Tractaten gegeben, hie und da sogar in den Text selber eingedrungen sind. Schon Asulai (II, 8. v.הגה׳ מרדכי) hat richtig erkannt, daß der Verfasser dieser Hagahot, welche bereits den ״Ascheri in Toledo" citiren, ״ein Lehrer!lach dem Mardochai" gewesen sein müsse. Wer aber dieser Lehrer gewesen ist — darüber findet sich weder bei ihm, noch sonst irgendwo auch nur die leiseste Andeutung 2), und doch ergiebt sich das aus den ״ein lautsprechendes Zeichen der Zeit und der Kraftabnahme" zu nehmen, als auf den Umstand zurückzuführen, daß ihm in der Abgeschlossenheit seines Burglebens die nöthigsten Bücher und Hilfsmittel Zu selbstständigen Arbeiten fehlen mochten. Daß der ״kleine Mard." übrigens keine bloße Umarbeitung, oder ein bloßer Auszug ist, sondern auch nicht wenig Neues und Selbstständiges enthält, beweiset schon der Umstand, daß er so häufig bald allein, bald neben dem ״großen Mard." citirt wird; vgl. die Stellen ob. S. 430 Anm. 2 und 4. S. noch Jsserlein's פסקים Nr. 192 und 22, wo für כמו שכתב רבי׳ שמשון במרדכי שלו zu lesen ist: רבי׳ שמואל; die das. angeführte Stelle fehlt in der That in beiden Redactionen des ״Mard." und steht wahrscheinlich in Schlettstadt's ״kleinem Mard.". Auch Israel Bruna (Ga. Nr. 163, 194, 207 und 244) sowie Eisak Stein (inseinen נימוקים, citirt von חידושי מפרשים z. Mard. Berach. II, Nr. 3) berufen sich gerade auf den ״kleinen Mard.", ein Beweis, daß die betreffenden Stellen diesem eigenthümtich sind und im ״großen Mard." gar nicht Vorkommen. ') Schlettstadt hat, was meines Wiffens noch nirgends erwähnt ist, auch Gutachten geschrieben, auf welche Jacob Weil, Ga. No. 147, sich bezieht. י) Zunz scheint allerdings anzunehmen, daß Schlettstadt der Verfasser dieser Hagahot ist. Gr sagt dies zwar, meines Wissens, nirgends ausdrücklich, schreibt aber die Zahlreichen Stellen, die er im H amas kir IL. S. 135 aus den Hagahot citirt, ohne Weiteres Schlettstadt zu.