Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 26 (1877)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Zur Geschichte und Chronologie Agrippa's II, der Procuratoren und der Hohenpriester seiner Zeit
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 407 (sequence 7)
- Language
- German
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der Pcocuratoren und der Hohenpriester seiner Zeit. 407 cmovörj re fiayta'irj rip Kovfmvm xal rolg 2a!xaqsvmv ijv naqd rwv KaCaaooc o.ni'Acvtiiomv xal yO.mv . . . *AyoCnrcag eSe'^d'fj noAAä rrjc rov avzoxQ&roqog yvvaoxog 'Ayqirmlvyc. Die Freunde und Nathgeber Claudius' waren Narcissus, Pallas und noch Andere. Hier erblicken wir eine Parteigruppirnng am Hofe. Agrippina war mit Pallas eng verbunden, mau bezüchtigte sie geheinler unzüchtiger Verbindung (Tacitus und Dio Cassius); Pallas war Felix' Bruder. Agrippina und Pallas bemühten sich denrnach für Felix' Freisprechuitg und Cumanus' Verurtheilung. Andere kaiserlichen Liberti und Günstlinge für Cumanus. So stellt es auch Tacitus dar. Die Ersteren trugen den Sieg davon, die Entscheidung fiel strenge aus. Cumanus wurde in die Verbannung geschickt (Tacitus und Josephus), die samaritanischen Gesandten wurden hingerichtet, und der Militärtribun C e l e r, welcher gewiß auf Cumanus' Geheiß gegen die Judäer gewüthet hatte, wurde gefesselt nach Jerufalem geschickt und zum warnenden Beispiel öffentlich enthauptet. Pallas hat also seine gegnerischen Mitgünstlinge ausgestochen, und dieser Sieg kam den Judäern zu statten. Felix wurde nicht bloß freigesprochen, sondern auch zum Landpfleger über ganz Judäa mit allen Theilen ernannt — aber allerdings scheinbar auf Gesuch der judäischen Abgeordneten: so muß es unter der Kaiserin, Pallas und Agrippa abgemacht worden sein. Versetzen wir uns in den Anfang zurück. Cumanus und Felix bewarben sich gleichzeitig um Judäa's Landpflegerschaft — sie muß sehr einträglich gewesen sein. Beide hatten ihre Pro- Lektoren, der letztere feinen eigenen Bruder Pallas und Cumanus einen oder mehrere der übrigen Günstlinge des Kaisers, die auch in dem Proceß für ihn eintraten. Claudius' Schwäche wollte den Einen nicht vor dem Andern zurücksetzen, und so traf er die ausgleichende Entscheidung, daß die Provinz Judäa (wie sie Tacitus nennt) getheilt werden sollte, wiewohl sie bis