Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 26 (1877)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Auslegung des sechszehnten Psalmes und dessen geschichtliche Beziehung
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 399 (sequence 15)
- Language
- German
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geschichtliche Beziehung. »SS gen den Herrn preisen". Der Sänger von Psalm 27, welcher sich vom Feinde bedroht glaubte und wünschte, wieder im Tempel zu weilen und zu singen, hofft, daß ihn der Tod nicht hinraffen, und daß er noch das Glück Gottes im Lande des Lebens sehen werde (27, 13). Das Land des Lebens war für ihn das ״Heilige Land". Unser Sänger war von derselben Sehnsucht bewegt, den Tempel wieder zu sehen, mit seinem Saitenspiel dort thätig zu sein, fürchtete aber ״in den Nächten", daß er heimgesucht und vom Tode durch Feindes Hand ereilt werden könnte. Darum fleht er in! Eingänge: ״Behüte mich, Gott!", und im Verlaufe beruhigt er sich in dein felsenfesten Vertrauen, daß Gott seinen Frommen nicht wird das ״Grab" sehen lassen, vielmehr ihm den Weg z u in L e b e n zeigen, ihn Mittel und Wege wird finden laffen, das Land des Lebens wiederzusehen; Denn vor Gott, im Tempel, ist Fülle der Freude, in seiner Rechten ist ewige Anmuth, ״Glück". Zu נעימות בימינך עוז ist zu vergleichen לחזות בנעמ ת׳. Der logische und poetische Gedankengang dieses Ps. ist also durchsichtig, der grammatische und syntaktische Bau ungezwnngen, die Situation klar. Der Sänger lebte zur Zeit der götzendienerischen Reaktion gegen die von Josia eingeführte Restauration. Während viele Ahroniden, ״Heilige" und feine eigene Gruppe, der er untergeordnet war, sich von Jhwh lossagten und andere Götter eintauschten, blieb er seinem Gotte treu und löste sich von dein Verbände seiner Zugehörigkeit. Er hatte irgendwo augenblickliche Sicherheit gesunden, wird aber von bangen Sorgen beschlichen, bittet, Gott möge ihn vor Ungemach behüten und hofft, daß er nicht dem Tode verfallen, sondern noch den Weg zum Leben, in die Heimath finden werde, den Gott ihm kund thun werde. Wie schon gesagt, paßt die makkabäische Zeitlage durchaus nicht darauf.