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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1877-01-01 · Heft 9 · p. Seite 398

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
26 (1877)
Issue
Heft 9
Article
Auslegung des sechszehnten Psalmes und dessen geschichtliche Beziehung
Date
1877-01-01
Page
Seite 398 (sequence 14)
Language
German
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Z98 Auslegung des sechszehnten Psalmes unb dessen sein erlangtes Theil gefalle? Indessen muß nran sich erinnern, daß sein erstes Wort eine Bitte war: ״behüte mich Gott, da ich auf Dich vertraue". Diese Bitte und diese Sorge können daher nur seine Zukunft betreffen. Wird seine Zufriedenheit in der Gegenwart von Dauer sein? Wird er nicht Ungemach finden? Wird ihn nicht der Tod bedrohen? Wir haben für diesen Psalm die Zeitlage unter Jojakim gefunden. Dieser König wußte auch die ihm mißliebigen Personen in der Ferne zu erreichen und sie dem Tode zu weihen. Der Prophet Urija aus Kirjat Jearim, der in Aegypten eine Zuflucht gefunden hatte, wurde auf Jojakims Befehl dort aufgesucht, nach Jerusalem geschleppt und hingerichtet. Die Jhwh treue Flüchtlingen fühlen sich daher keinesweges sicher in der Fremde. Dann hatten die Leviten, die Sänger, eine unwiderstehliche Sehnsucht zum Heiligthume in Jerusalem und fühlten sich in der Fremde unbefriedigt, wo nicht unglücklich, weil sie ihrem idealen Berufe, ihren Gott in Chören zu lobpreisen, nicht genügen konnten. Wie rührend sind die Töne des Psalmisten von Ps. 84, den man sich auch in der Fremde denken muß: ״Es sehnt sich und schmachtet meine Seele nach den Höfen Gottes. . . . Glücklich diejenigen, die in Deinem Tempel weilen. . . . Denn e i n Tag in Deinen Höfen ist besser denn tausend, ich ziehe vor au der Schwelle des Gottestempels zu weilen als zu wohnen in den Zellen des Frevels". Ein anderer Psalmist (27), äußert sich, wohl ebenfalls fern von Jerusalem: ״Eines habe ich von Gott verlangt, und dieses werde ich immer erbitten, daß ich im Tempel Gottes sitzen könnte alle Tage meines Lebens, die Anmuth Gottes zu schauen". Ein Dritter (26) fleht: ״ich möchte in Reinheit meine Hände waschen und deinen Altar umkreisen, um die Dankesstimme hören zu lassen und all Deine Wunder zu erzählen. Herr ich liebe die Stätte Deines Tempels und den Ort des Weilens Deiner Herrlichkeit ... ich werde in Versammlun-

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