Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 26 (1877)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Auslegung des sechszehnten Psalmes und dessen geschichtliche Beziehung
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 397 (sequence 13)
- Language
- German
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geschichtliche Beziehung. 397 Tode zu entgehen. In demselben Sinn ist auch das. (5, 6) ארח חיים סן תפלס und (2, 19) ארתיח חיים, die Bahnen, welche zum ruhigen Leben führen. שבע שמחות את פניך bedeutet nicht nothwendig ״Freudenfülle bei Gott" im Jenseits, sondern את פניך bedeutet wie (Ps. 21, 7; 140, 14) vor Dir. wie denn über- Haupt את פני rein local-präpositionelle Bedeutung hat: עמר את פני ח׳ (Genesis 19, 27) ויחן אח פני חעיר (das. 33, 18), also ganz so wie לפני. Die Verhimmelung der Psalmen hat die Exegese so sehr in die Irre geführt, daß es ihr noch jetzt schwer wird, den rechten Weg zu finden. Indem der Psalmist hofft und erwartet, daß ״Gott ihm den Weg des Lebens kund thun" werde תודיעני ארח חיים, so kann er damit gar nicht ein bereits ausgeprägtes eschatologisches Dogma gemeint haben, sonst hätte er das Perfect, gebrauchen müssen. Aus dem Halbv. l9b.)אן?בשרי ישכן לבטח ist noch weniger der Glaube an Auferstehung bewiesen, wenn בשר der Leib oder der Leichnam bedeuten soll. Denn bei der Auferstehung dürfte er nicht ruhig liegen bleiben. בשר bedeutet indeß poetisch das ganze Wesen und wird synonym mit לב und נפש gebraucht (Ps. 63, 2; 84, 3; 119, 20). Indem der Psalmist seine freudige Stimmung in dem sichern Bewußtsein des göttlichen Schutzes ausdrückt, daß sein Herz sich freut, seine Seele (בבודי öfter in Ps. in diesem Sinne) jubelt, fügt er hinzu: ״mein Wesen wird auch ruhig, ungestört, s ich er weilen. Niemand wird mich in Schrecken setzen, aufscheuchen, beunruhigen", wie ושכבתם ואין מחריד oder וישבו לבטח ואין מחריד. Dieser Halbv. bildet den Uebergang zunr folgenden ב׳ לא תעוב נפשי לשאול. Kurz von allen Seiten betrachtet, drückt der Ps. lediglich Hoffnungen und Erwartungen im hienidigen Leben aus und deutet keinesweges auf ein jenseitiges hin. Aber, so könnte man fragen, woher kommt dem Psalmisten die Besorgniß und eine gewisse Bangigkeit, da er doch eben seine Zufriedenheit mit der Gegenwart geäußert hat, daß ihm