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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1877-01-01 · Heft 7 · p. Seite 301

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
26 (1877)
Issue
Heft 7
Article
Zeit der Anwesenheit der adiabenischen Königin in Jerusalem und der Apostel Paulus
Date
1877-01-01
Page
Seite 301 (sequence 13)
Language
German
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und der Apostel Paulus. aoi ihr wohl huldigend entgegen gezogen. Schien nicht dadurch die Prophezeiung der Propheten in Erfüllung gegangen zu sein, daß Fürsten nach Jerusalem wallfahrten werden? Helena's Reise erfolgte entschieden unter Agrippa I, den« Freund des Kaisers Claudius, welcher die letzten schönen Tage über Judäa brachte. In den drei Jahren seit den! schmählichen Tode Calignla's, dessen Plan, — den Tempel durch ein Götzenbild zu entiveihen, — gescheitert war, bis zum Tode Agrippa's, muß unter den Höhergestimmten Judäern eine hochgehende Begeisterung geherrscht haben '). Von dieser Begeisterung ist gewiß Paulus mit hingerissen worden, und der wichtige Augenblick schien ihm gekommen zu sein, daß ״die Fülle der Heiden" in den Bund eingehen soll. Die Zeit erschien ihm als Anbruch der messianischen Zeit. Da aber in seinem mit pharisäischen Anschauungen und Auslegungen gefüllten Kopfe das Dognia steckte, daß mit der Messiaszeit die Auferstehung eng verknüpft sein müsse, so war seine Christologie fertig: Jesus sei der Messias gewesen, und er sei auserstanden, oder vielmehr, da er die Auferstehung durchgemacht habe, so müsse er der Messias gewesen sein. Das war das Alpha und Omega der paulinischen Dogmatik und Christologie. Aber dieser Illusion konnte er nur nachhängen, weil er die Zeit für me ssianisch reif hielt, und die signstur» temporis war ihm die frappirende Wahrnehmung von der Zunahme der Proselyten in vielen Kreisen und Ländern. Energisch rührig, wie er war, ging er mit Eifer daran, die Heidenwelt zu bekehren, um den Anbruch der Messias-Zeit zur Mittagshöhe zu führen, und er wurde so Apostel der Vorhaut. Paulus' Ansicht über die Stellung, welche die bekehrten Heiden zuin Judenthum oder zum Bunde einnehmen sollten. ') Vgl. den Artikel ״das Korbfest bei Philo" in einem der nächsten Hefte.

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