Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 26 (1877)
- Issue
- Heft 6
- Article
- George Eliot und das Judenthum
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 264 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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264 George Eliot und das Judenthum. gehört hatte, von wo der Beherrscher der Welt hervorgehen sollte, beunruhigt die Mitglieder derselben holen ließ, aber ne sofort wieder auf freien Fuß setzte, als er gewahrte, daß sie die Hände von Arbeitern hatten, — in direktem Gegensatz zu der Ansicht jenes Rabbi, der harrend am Thors von Rom stand, in dem zuversichtlichen Glauben, daß der Messias unter den dürftigen Gesellen, welche dort einzogen, zu finden sein würde". In der Schilderung der jüdischen Bräuche übt sie eine Pietät und Zartheit, wie sie der Blüthe menschlicher Bildüng ziemt und beschämt durch die geringe Zahl von Verstößen*), die ihr in der Zeichnung jüdisch-rituellen Lebens begegnen, selbst die im Judenthum geborenen Schriftsteller. Welche liebevolle Vertiefung in den Geist des Judenthums spricht nicht aus dem Gedanken, den das Einheitsbekenntniß des SchemLh in ihr erweckt: ״Die göttliche Einheit enthielt als ihre Folgerung die schließliche Einheit der Menschheit. — Die Nation, welche um ihrer Absonderung willen geschmäht worden ist, hat denk menschlichen Geschlechte die Lehre der Einigung a) gegeben"! George Eliot hat sich keiner Täuschung darüber hingegeben. ’) Ein solcher Verstoß ist, wenn nicht der sefardische Brauch der Dichterin vorgeschwebt hat, die Angabe von dem Talith, den Deronda am Freitagabend die Männer in der Synagoge zu Frankfurt am Main UI, 24S) und in Genua (IV, 105) habe tragen sehen. Die Wechselgesänge im Tischgebet (II, 294) müssen nicht das Mesuman bedeuten, zu dem der kleine Jacob Cohen noch nicht zu verwenden wäre. Einer Berichtigung bedarf es jedoch, wenn Esry Cohen (III, 258) behauptet, die Juden sprächen jeden Sabbath den Lobspruch, daß Gott ste nicht zum Weibs geschasfen, während dies eine tägliche Benediction bildet. Babli ist kein abkürzendes Kosewörtchen (IIII, 188), man müßte denn die stehende Abkürzung für Talmud babli als solches bezeichnen. Auch kann man unmöglich von dem gewaltigen Bande des babylonischen Talmud sprechen, da er bekanntlich zwölf Bände füllt. ’) a binding theory (IV, 174). Strodtmann übersetzt ängstlich und darum mißverständlich: eine bindende Theorie (VIII, 21V).