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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1877-01-01 · Heft 6 · p. Seite 263

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
26 (1877)
Issue
Heft 6
Article
George Eliot und das Judenthum
Date
1877-01-01
Page
Seite 263 (sequence 9)
Language
German
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George Eliot und das Judcnthum. 263 finden, daß dieser elende Vater Mardochai und Mirah seine Kinder nennen darf; denn es ist bekannt genug, wie oft in jüdischen Familien das Verdienst der Mutter die Nachkommen davor bewahrt hat, in die Art des Vaters zu verfallen. So prägt sich selbst in den verworfenen Gestalten dieser Dichtung stets ein eigenthümlich jüdischer Zug aus, sie tragen die Bezeichnung ״Jude" eben nicht ohne Bedeutung für ihr Schicksal oder ihren Charakter. Eine Dichterin, die heute die Tonangeberin jener Richtung ist, die man die realistische genannt hat, bewährt ihren Ruf der vorzüglichsten Einzelkenntniß der von ihr behandelten Gegenstäude auch da, wo sie die großen Unbekannten der menschlichen Gesellschaft, die Juden, schildert. Sie hat sich mit Liebe und Gründlichkeit in die Geschichte und das Schriftthum dieses Volkes vertieft, überrascht selbst den Kundigen durch ihr Wissen auf einem Gebiete, in dem allein noch die Unwissenheit als berechtigte Eiqenthümlichkeit aufgefaßt wird, beweist einen Geschmack und eine Quellenkunde in der Auswahl ihrer fast immer ungewöhnlichen Anführungen, die wahrhaft in Erstaunen setzen. Wann wird ein deutscher Dichter zu der Liebenswürdigkeit sich aufraffen, mit der sie Deronda in Zunzens spnagogaler Poesie lesen läßt und die gemeißelt marmornen Worte im Eingangs zu seinem Capitel: Leiden als Überschrift jenes Abschnittes verwerthet, in dem Esra Cohens Familie, aber auch die Clubsitzung uns vorgeführt wird, in der Mardochai seine Gedanken über die Zukunft Israels entwickelt! Sie kennt die Gedanken Jehuda Halewi's wie die Ahnungen und Schwärmereien der Cabbala, ihr sind die glanzvollen Namen unserer spanisch-arabischen Epoche wie die Sittensprüche des Talmud und die sinnigsten Züge der jüdischen Sage geläufig. Hier nur Ein Beispiel! ״Es giebt eine Legende, die vom Kaiser Domitian erzählt, daß derselbe, als er von einer jüdischen Familie aus dem Hause Davids

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