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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1877-01-01 · Heft 5 · p. Seite 227

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
26 (1877)
Issue
Heft 5
Article
George Eliot und das Judenthum
Date
1877-01-01
Page
Seite 227 (sequence 14)
Language
German
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©covnc Eliot und das Judenthum. 227 Schichten einen religiösen Genius, eine reine und erhabene Erscheinung wie Mardochai konnte hervorgehen lasten, was muß dies für eine Lehre sein, in der das Vorbild einer Mutter ihr unglückliches Kind selbst iin Pfuhle der Verlockung keusch und pflichtbewußt zu erhalten geeignet ist! Ich bin weit davon entfernt zu glauben, daß eine Denkerin und Dichterin von dem Range wie George Eliot das Judenthum als die alleinige Quelle alles Edelsinnes, die Inden als die Erb- und Generalpächter aller Sittlichkeit habe darstellen wollen. Wie sie selber sagt, dürften die Caraiben das Stehlen für eine christliche Sitte halten, weil sie es vorzüglich an Christen wahrgenonunen haben. Es steht mit den specifisch jüdischen Vorzügen nicht besser, als mit den specifisch jüdischen Lastern, von denen der Haß fabelt. Nicht zur Einseitigkeit und Angerechtigkeit soll darum die Gegenüberstellung der beiden Kreise verleiten. Sie will vielmehr nur zeigen, daß das Judenthum keine überlebte Versteinerung ist, sondern eine Macht, die in menschlichen Gemüthern pocht und in Herzen pulsirt, nicht ein gleichgültiger Schatten, den man nicht weiter zu beachten braucht, sondern eine Thatsache von unberechenbarer Bedeutung, nicht ein Gegenstand werth der Vernachlässigung und Geringschätzung, sondern eine lebendige Herausforderung zum Nachdenken, ein tiefdeutiges Geheimniß. Dieses Judenthum soll, so denkt und sagt man gemeiniglich, die Religion der Vergangenheit, eine überwundene Stufe sein, aber es vermag selbst heute noch einen Mardochai zu erzeugen, es hat eine Zukunft. Man hat fürwitzig gefragt, warum das Buch Daniel Deronda heiße, warum nicht: Gwendolen Harleth, warum nicht: Esra Mardochai Cohen? Wahrlich nicht aus Weisheit hast du so gefragt, könnte man mit dem alten Bibelworte antworten. Daniel Teronda ist der Held, das Ziel und die Blüthe der Dichtung. Wohl hat es ähnlich, wie bei den Juden der Tag 1s*

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