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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1877-01-01 · Heft 5 · p. Seite 225

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
26 (1877)
Issue
Heft 5
Article
George Eliot und das Judenthum
Date
1877-01-01
Page
Seite 225 (sequence 12)
Language
German
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George Eliot und das Judenthum. .225 rauhesten Stürme/ trotz aller Verlockungen ihres verworfenen Vaters, wie von einem angeborenen sittlichen Instinkte geleitet, sicher ihren Weg verfolgt und mit der keuschen Zartheit ihres Wesens das völlig unbelastete Gewissen in die Tage ihres Glückes hinüberrettet, schwankt diese, unsicher tastend, strauchelnd, des Rathes und der Stütze von außen bedürftig, und erscheint gebrochen und von Gewissenspein gefoltert zur Zeit, wo sie frei und glücklich hätte sein können. Bezeichnend ist das Verhalten Beider zu Mutter und Geschwistern! Jene verzehrt sich vor Sehnsucht nach der verlorenen Mutter und dein verloren geglaubten Bruder und blüht auf in Glückseligkeit, da sie mit ihm zusammengeführt wird; diese war vornehm und übermüthig selbst gegen ihre leidgeprüfte Mutter und vor ihrem eigenen Sturze gewohnt, ihre harmlosen Schwestern als überstüssiges Möbel zu betrachten und zu behandeln. Wie hebt das, was von Mirah's Mutter und deren Martyrium in der Ehe mit ihrem versunkenen Gatten uns angedeutet wird, von der Handlungsweise Gwendolens!ich ab, die sich besinnt, ob sie ihrem ertrinkenden Gemahl das Rettungsseil zuwerfen soll und es wirklich unterläßt, bis es zu spät wird! Und vollends Henleigh Grandcourt neben Daniel Deronda! Dort die Leerheit und der Stumpfsinn, die Uebersättigung an allen Lüsten und der zurückbleibende Ekel, die geleckte Form, die bezaubernde Gewandtheit neben der Armuth an allem Gefühl, vollendet roelt׳ niünnisches Wesen als Maske gemüthloser Roheit, hier das reichste Innenleben, der aufgeschlossenste Sinn für alles Große und Schöne, herbe Tugendstrenge unb zarteste Feinfühligkeit, hingebungsvolle Uneigennützigkeit und unausgesetzte Opferwilligkeit; jener die verkörperte Selbstsucht, dieser das Urbild der Selbstlosigkeit. Welch ein glänzendes Elend, diese Ehe Gwendolens! Sie muß den Gemahl verachten, der ein Weib bereits entführt und betrogen hat und jetzt, nachdem sie sein geworden, auch sie Krankel, Monatsschrift xxvi. 5. 15

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