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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1877-01-01 · Heft 5 · p. Seite 209

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
26 (1877)
Issue
Heft 5
Article
Eine neuerschlossene Quelle über Uriel Acosta
Date
1877-01-01
Page
Seite 209 (sequence 17)
Language
German
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Eine neuerschlossene Quelle über Uriel Acosta. 20S Briefes gegenwärtig hält, äußerst räthselhaft. Mau köunte die Vernmthung anfstellen, daß, als Acosta seine Selbstbiographie niederschrieb, bereits eine Reihe von Jahren seit dem Tode der Mutter verstrichen war und er die längst Verstorbene in seine Leidensgeschichte nicht mit verflechten wollte. Dagegen ist jedoch einzuweuden: Acosta hätte die Thatsache, daß seine alte Mutter ihm treu zur Seite stand, mit als Zeugniß für die Gerechtigkeit seiner Sache anführeu können, er hätte die Berhängung des kleinen und großen Bannes auch über seine Mutter als einen verstärkten Beweis des Fanatismus seiner Gegner ins Gefecht führen können. Daß er dieß unterlassen hat, erscheint sehr merkivürdig. Sollte vielleicht die Mutter ans freien Stücken oder unter dem Drucke der ihr angedrohten Maßregeln mit der Gemeinde Frieden gemacht, sich ans die Seite ihrer anderen beiden Söhne und des ganzen Verwairdtenkreises gestellt und von Uriel abgewandt haben? Übrigens erscheint das Stillschweigen Acosta's über seine Mutter weniger befremdlich, wenn wir bedenken, daß er auch über seine Frau keine näheren Mittheilungen macht. Er muß vor 1663 einmal verheirathet gewesen sein, die Worte: hoc enim tempus orbalus eram uxore, über deren Sinn Graetz (X, Noten S. V) im Zweifel ist, können nichts Anderes bedeuten, als daß er um diese Zeit verwittwet gewesen sei und zur zweiten Ehe schreiten wollte. Er führte nachweislich ein eigenes Hanswesen, da nach dem Briefe seine Mutter und später nach seiner eigenen Angabe sein Neffe, der an der rituswidrigen Führung des Haushaltes Anstoß nahm, in seinem Hause lebte. Als lediger Mann hätte er sich schwerlich einen eigenen Hausstand eingerichtet. Das Geburtsjahr Acosta's ist nicht genau bekannt. Die Biographen setzen es in die Neunziger Jahre des sechszehnten Jahrhunderts, van 6sr Aa giebt sogar genau 1597 an, sie ha- «ranlel. Monatsschrift kxvi 8. 14

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