Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 26 (1877)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Eine neuerschlossene Quelle über Uriel Acosta
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 208 (sequence 16)
- Language
- German
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208 Eine neuerschl offene Quelle über Uriel Acosta. takant propter mslum illorum . . . fratres naturales et uterinos, ex eodem palre el matre genitos, in eodem domo simul edueatos . . . oblitos dilectionis, qua a me fuerunt perpetuo dilecti . . . el oblitos muHorum beneficiorum quae per me in viia acceperant, quorum loco pro retributione Kabul ignominiam, damnum, mala, tot foeda et refanda ut referre pudeat. Dieser ״häusliche Krieg", wie ihn Acosta nennt (bellum domesticum) dauerte neben dem publicum bellum nempe Rabbinorum et populi bis zum Tode Acosta's. Duo enim agmina pugnabaut contra me, agmen unum populi et alterum propinquoruin, qui ignominiam meam quaerebant. Der Vetter, der seine Wiederaussöhnung mit der Gemeinde vermittelt hatte, gerieth bald darauf, als Acosta sich nicht in allen Stücken fügen wollte, in offenen Zwist mit demselben, zog Acosta's Bruder mit sich (post se duceas omnes fratres meos) und stellte sich als infestissimum Kostern contra honorem, contra vitam, contra bona heraus. Neu und völlig unbekannt war, was in dem Briefe über Acosta's Mutter berichtet wird. In der Selbstbiographie erwähnt Acosta seiner Mutter nur an einer einzigen Stelle, indem er berichtet, daß seine Mutter und seine Brüder sich mit ihm in einem portugiesischen Hafen eingeschifft hätten, um in Holland zum Judenthum überzutreten: itaque navcm ascendimus non sine magno periculo . . . mater mea et egö cum fratribus meis. Der Herausgeber des exemplar humanae vitae Leipzig (Weller, 1847) bemerkt schon: ״dagegen schweigt er (Acosta) über das Verhältniß zu seiner Mutter". Die Bemerkung Acosta's über seine traurige Lage: ״war ich krank, so war ich allein" (si aegrotabam, solus aegrotabam) bezieht sich auf die Periode, in welcher Acosta nach fünfzehnjähriger Ver. bannung sich wieder der Gemeinde genähert und seine Mutter sicherlich bereits verstorben war. Dieses völlige Stillschweigen über seine Mutter ist nun, wenn man sich den Bericht unseres