Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 26 (1877)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Eine neuerschlossene Quelle über Uriel Acosta
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 207 (sequence 15)
- Language
- German
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Eine neuerschlossene Quelle über Uriel Acosta. 207 und es ist sehr einleuchtend, daß Acosta, von Amsterdam verbannt, eine Stadt aufsuchte, wo er wieder portugiesische Glaubensbrüder und unter denselben vielleicht gesinnungsverwandte Elemente — man denke an die bald nachher auftretenden Benjamin Mnsafia und David Cohen de Lara — zu finden hoffen dnrste. Unter den jüdischen Mitbegründern der Hamburger Bank (1619— 23) befand sich auch ein Abraham da Costa (Graetz Gesch. der Juden X, 19), vielleicht ein Verwandter unseres Uriel. o) Der Ungenannte des Briefes batte zwei Brüder, die fern von jeder ketzerischen Anwandlung fest auf dem Glaubensgründe des Judenthums standen, ihrerr Bruder wegen seiner mißliebigen Äußerungen beständig schmähten, ja sogar nach dem über ihn verhängten Banne gleich allen anderen Gemeindenritgliedern den Verkehr mit ihm abbracheu *), während seine betagte Mutter bei ihm ausharrte, mit ihm zusammenwohnte und ihr religiöses Leben seinen Wünschen und Ansichten gemäß einrichtete, ungeachtet der leichte und dann der schwere Bann über sie verhängt und ihr für den im Banne erfolgenden Tod die Verweigerung des jüdischen Begräbnisses in Aussicht gestellt wurde. Das in Bezug auf die Brüder Mitgetheilte hebt auch Acosta selber mit großem Nachdrucke hervor: Jpsi fratres raei, quibus ego antea praeceptor fueram, me transibsnt nee in platea salu- ’) Kayserling Gesch. der Juden in Portugal 287 berichtet (aus welcher Quelle?)von vier Brüdern: Aron, Mardochai, Abraham und Joseph, die mit Uriel Acosta nach Amsterdam gezogen seien. Acosta giebt in der Selbstbiographie die Zahl seiner Brüder nicht an und spricht bloß einmal von »ownes fratres meos«, was auf mehr als zwei hinweist. Auch unser Brief betont nicht, daß Acosta bloß zwei Brüder gehabt habe, sondern spricht von zweien seiner Brüder, die sich durch besondere Anhänglichkeit an das Judenthum auszeichneten. Die anderen Brüder standen vielleicht noch in jugendlichem Alter oder waren inzwischen verstorben oder aus Amsterdam verzogen und werden deßhalb nicht erwähnt.