Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 26 (1877)
- Issue
- Heft 4
- Article
- George Eliot und das Judenthum
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 187 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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George Eliot und das Judenthum. 187 unter Herz das Band tiefster Zuneigung, welches eine Race und ihre Familien mit einander verknüpft, und die Ehrfurcht vor den: menschlichen Körper, welche die Bedürfnisse unseres animalischen Lebens zur Religion erhebt, und das Zartgefühl verstehen, welches barmherzig gegen den Armen und Schwachen und gegen die stumme Creatur ist, welche das Joch für uns trägt". . . . ״Man lerne sJsraelsj Geschichte kennen und prüfe sie; man sichte die Saat, man spüre ihrem Anfang bis zum Unkraut der Wildniß nach — um so herrlicher wird die Kraft erscheinen, welche sie unwandelte. Wo giebt es sonst eine Nation, von der man so wahrhaft sagen kann, daß ihre Religion, ihr Gesetz und ihr sittliches Leben sich wie der Strom des Blutes im Herzen vermischten und ein einziges Produkt bildeten? — wo sonst ein Volk, das seinen geistigen Schatz zu derselben Zeit bewahrte und vermehrte, da es mit einem Haffe verfolgt wurde, so glühend wie die Waldbrände, welche das wilde Thier von seiner Lagerstatt aufscheuchen? Man erzählt sich eine Sage von dem Portugiesen, der, als er schwamm, um sein Leben zu retten, die Handschrift seines Gedichtes zwischen den Zähnen hielt und dasselbe aus den Fluthen rettete. Allein wie viel mehr, als dies, gilt in Wahrheit von unseren Stammesgenoffen! Sie kämpften, um ihren Rang als Helden unter den Nationen zu behaupten — ja, als die Hand ihnen abgehauen ward, klammerten sie sich fest mit den Zähnen; aber als der Pflug und die Egge über den letzten sichtbaren Zeichen ihres Nationalverbaudes hinweg gegangen waren, und die Fruchtbarkeit ihres Landes durch das Blut der Säer und Pflanzer erstickt ward, sprachen sie: ״״Der Geist lebt, laßt uns ihn zu einer dauernden Wohnstatt machen, — dauernd, weil beweglich, — auf daß er von Geschlecht zu Geschlecht vererbe, und unsere ungeborenen Söhne reich seien au den Dingen, die gewesen sind, und eine