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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1877-01-01 · Heft 4 · p. Seite 162

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
26 (1877)
Issue
Heft 4
Article
Mardochai ben Hillel, sein Leben, seine Schriften und die von ihm citirten Autoritäten
Date
1877-01-01
Page
Seite 162 (sequence 6)
Language
German
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162 Mardochai den Hillel, 17'), regelmäßig mit einem Bibelverse schließenden Strophen, deren Anfangsbuchstaben das Akrostichon פח־בי בר הילל חזק 1אמץ bilden. Sie ist in reinem, man möchte beinahe sagen, clussischem Hebräisch abgefaßt und vollkommen frei von den spätern, mitunter bizarren Wortbildungen, denen wir in ähnlichen literarischen Produkten so häufig begegnen. Die Sprache ist einfach und edel, ohne Bombast und Gesuchtheit, die häufige An- Wendung von Bibelstellen überall geschickt, theilweise höchst gelungen. Das Ganze zeugt von Tiefe der Empfindnng und von einer unter den damaligen deutschen Inden nicht gewöhnlichen guten Geschmacksrichtung. Die Selicha ist in einer Handschrift der königl. Bibliothek zu München (Cod. 67, fol. 189» — 190b, Nr. 164) enthalten, welche nach Zunz'-°) der Selicha-Ritus von Augsburg ist. Ich gebe dieselbe am Schluffe dieser Schrift mit einigen Textes- Verbesserungen und Anmerkungen als hebräische Beilage Nr. I * *). Eine andere, bis jetzt gänzlich unbekannte und nirgends erwähnte, Arbeit des Mardochai ist dessen Lehrgedicht über die hebräischen Vocale, das in der Handschrift Nr. 301 der Vaticana enthalten ist. Eine Kopie desselben verdanke ich der Freundlichkeit des Herrn vr. A. Berliner. Das, im Gegensätze zu den beiden bisher erwähnten versistcirten Arbeiten des Mardochai, metrisch gehaltene Gedicht zerfällt in 2 Theile. Der erste Theil behandelt in 55 zwei-zeiligen Strophen das ') Oder aus 18 Strophen, wenn man die vorletzte, welche die beiden ersten Buchstaben des Akrostichons אמץ enthält, als doppelte betrachtet. .Die Angabe von Znnz, der von 19 Strophen spricht, beruht offenbar auf einem Jrrthum. *) In Steins chneider' s Catal. cod. in. s> bibl. reg. monac. S. 32. *) Der Text des Mss. ist durchweg vocalisirt, aber, nach den wenigen Stichproben, die P«r l e s mir mittheilte, nichts weniger als correct; vgl. z. B. die Amnm. z. Str. VI. u. IX.

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