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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1877-01-01 · Heft 4 · p. Seite 160

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
26 (1877)
Issue
Heft 4
Article
Mardochai ben Hillel, sein Leben, seine Schriften und die von ihm citirten Autoritäten
Date
1877-01-01
Page
Seite 160 (sequence 4)
Language
German
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160 Mardochai ben Hillel, einem weitläufigen Verwandten und, wahrscheinlich jüngeru, Studiengenoffen '), scheint er, selbstverständlich vor dessen Aus- Wanderung, in einem gelehrten Briefwechsel gestanden zu haben. Die Ansicht von Zunz, daß unter dem 1«׳ p הדיוט בר הלל, welcher ein Gutachten Ascheris (Nr. 84. 6,) bekräftiget, Mardochai b. Hiliel zu verstehen ist, hat eineil hohen Grad von Wahr-, scheiulichkeit für sich a). Von Mardochai, der sich verhältnißniäßig viel mit poetischon Arbeiten beschäftigte, hat sich auch eine, sowohl dem In-- halte als der Form nach höchst interessante Selicha erhalten s), die er schon als junger Manu geschrieben hat. Veranlassung dazu gab ihm ein, im Mittelalter gerade nicht seltenes, tragisches Ereigniß, ans welches die Selicha deutlich hinweist, das aber durch anderweitige Berichte noch genauer fixirt werden kann. Ein Proselhte aus Augsburg, A b r a h a m, der in der Fremde zum Judenthirme übecgetreten, und daun nach seiner Vaterstadt zurückgekehrt war, hatte dort mehreren Heiligeilbildern die Köpfe abgeschlagen und sich seiner Thal noch öffentlich gerühmt, weswegen er daselbst im December 1264, air einem Donnerstag, den 22. Kislew den Tod auf dem Scheiterhaufen fand. Um dieselbe Zeit brach in זינצכא (S iuzi g oder Sinzheim?), vielleicht weil der Proselyte Abraham d ort Jude ge- ') S, ob. S. 109 u. S. L18. *) Den von Zunz, Hamaskir lX. S. 135 beigebrachten, schwerwiegenden Beweisen dürste noch hinzuzufügen sein, das; der Schreider dieses Ga.'s Aschen wiederholt seinen Verwandten ,טורי קרוביי, nennt. *) Cod. Mich. Nr. 463 enthält neben de» הלב' טריפות des Mard. nach den! Catal. noch טליצוח וקיווה ^ל טיהר! הטוים und מקצת פיוטים. Diese Gedichte rühren aber, (Neubauer, schristl. Aiittheilung) von späteren italienischen Dichtern her. Daß die in einem alten Verzeichnisse von Selicha-Verfassern unserem Mard. zugeschriebenen Selichas nicht ihm, sondern Mardochai b. Schabthai angehören, hat bereits Zunz, Literaturg. S. 627, vermerkt.

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