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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1877-01-01 · Heft 3 · p. Seite 141

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
26 (1877)
Issue
Heft 3
Article
[Rezension]
Date
1877-01-01
Page
Seite 141 (sequence 5)
Language
German
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IRI
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Recensionen. Ml Matthäus als Gegenstand einer talmudischen Satyre". Wer könnte die immensen Schwierigkeiten der kritischen Aufgabe, ein Schriftwerk aus seinen trümmerhasten Ueberbleibseln zu recoustruiren auch nur einen Augenblick verkennen? Es ist eben keine Kleinigkeit aus Jahrhunderte altem Schult frisches und haltbares Material zu einein soliden Neubau zu gewinnen. Die zu scharfe Verfolgung einer Analogie, die nicht einmal gewaltsame, nur unfreundliche und unfeine Pression eines Ausdruckes ist im Stande, das Gelingen des ganzen Unternehmens in Frage zu stellen. Nirgends vielleicht ist es schwieriger als hier, die schmale Grenze zwischen geschmackvollem Scharfsinn und scharfsinnelnder Taktlosigkeit mit unfehlbarer Sicherheit festzuhalten. Nichts destoweniger hat sich der Vf. zumeist mit großer Gewandheit zwischen den gefährlichen Klippen hindurchzuwinden gewußt. Die vorliegende erste Auseinandersetzung geht von der bekannten Disputation der Emma Schalom und ihres Bruders Rabban Gamliel mit einem christl. Lehrer (Schabb. 116b) aus, einer Disputation, auf die der seel. Jost zuerst aufmerksam gemacht hat, die aber dadurch ein neues Licht erhält, daß sie vom Vf. mit Geschick in die Literatur des Urchristenthums eingefügt wird. Er hält die Worte אנא לא למיפחת מן ״ .אורייתא דמשה אתית ולאי) לאוסופי על אורייתא דמשה אתיתIch bin nicht gekommen hinwegzuthun von der Lehre Moses, noch bin ich gekommen zur Lehre Moses hinzuzufügen" für ein wörtliches Citat aus den (verlorenen) Logia des Matthäus, das׳ mit unwesentlichen Aenderungen Aufnahme in die Bergpredigt des Matthäus (S, 17) gefunden hat. Von großer Wichtigkeit ist ferner das Ergebniß, welches G. aus derselben Talmudsielle herleitet, daß das Urchristenthum (im Gegensatz zur jüdischen Schriftauslegung) den Töchtern neben den Söhnen das Erbrecht ') Mit Recht acceptirt er Salomo Lurias Glosse und die übliche LA. ולא statt des einen schlechteren Sinn ergebenden אלא.

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