Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 26 (1877)
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 139 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- spine
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2829132-2829486-2829490--17368-2869893- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Recrnsionen. 139 an־ und später ausgenommen worden sei. Ich möchte im Gegentheil fast behaupten, daß die Aufnahme dieses Mythus erst verhältnißmäßig spät erfolgt sei. Denn der babyl. Talmud kennt, so viel ich weiß, zwar andere Sagen über Moses Hinscheiden, z. B. den Tod durch einen göttlichen Kuß, die Unserweslichkeit des Leichnams Moses (Sotah 13d, Baba batr. 17 a, vgl. jer. Sotah 1, 10 (17 c), enthält aber nichts von Todtengenien. Ja aus Sifre zu Deut. 34, 5 'על סי די geht vielleicht hervor, daß zur Zeit seiner Abfassung die Meinung verbreitet war, Engel erschienen nur am Strebebette schlechter Menschen. Wenn ohne merkbaren Grund Aufnahme und Aufzeichnung eines entlehnten Mythus, wie im vorliegenden Falle um jedenfalls mehr als fünfhundert Jahre auseinandergeschoben werden, so wird damit jeder gesunden Kritik der Boden entzogen. Weder gewinnt noch verliert der Rabboth etwas vom Werthe seiner originellen Bearbeitung derartiger Sagen dadurch, daß ihm die Priorität der Aufnahme zu־ oder abgesprochen wird. Von großer Tragweite wäre das S. 29—31 vom Vf. aufgestellte Kriterium. Mit großem Scharfsinn sucht er au verschiedenen Beispielen nachzuweisen, daß die Redensart nann ל« 1212 in der Haggada der terminus technicus zur Bezeichnung der nichtjüdischen Abstammung eines Mythus sei. Aber so sehr ich wünschte, daß dem so wäre, so wenig kann ich in aller Bescheidenheit einen leisen Zweifel an der allgemeinen Gültigkeit der Regel unterdrücken. Wer kann in kurzer Zeit alle Stellen, in denen der beregte Ausdruck vorkommt, überschauen? Wohlgelungen ist übrigens (das.) der Nachweis, daß der Be־ richt der Mechilta (zu Exod. 13, 19, vgl. die Parallelstellen) über die Auffindung des Sarges Josephs dem Osiris-Mythus seine Entstehung verdanke. Besonders geistvoll ist dann im Folgeuden die Erklärung des bekannten merkwürdigen Umstandes, daß Abrahams und Hamans Mutter in der Haggada denselben