Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 26 (1877)
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 135 (sequence 3)
- Language
- German
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Recensionen. 135 setzung, erörtert die Entstehung der Gnosis und ihre Gefahren für das Judenthum, dem sie einen Elisa b. Abuja entfremdete. Weiters werden in diesem Buche die Strebungen R. Simeon b. Gamaliel des Uten, die Wirksamkeit des ב״ד in Uscha beleuchtet und die hervorragenden Schüler Akibas charakterisirt. Das letzte (10.) Buch behandelt in 10 Capp. Leben und Wirken N. Jehuda Hannaßi's (Rabbi) und seiner Genossen, erörtert die bereits im ersten Theile entwickelten Begriffe Halacha, Midrasch und Agada, bespricht Wesen, Zweck und Gestaltung der Mischna und behandelt eingehend die der Mischna parallel laufende Literatur in ihrer ganzen Verästelung bis auf die מסכתות חיצוניות sogar, die herangezogen werden, obgleich sie einer sehr später» Zeit angehören. Mit der ganz vortrefflichen Darstellung des Verfassers im Schluß-Capitel halten auch wir eine Rückschau über den Inhalt des Ganzen. Die Schnlstreitigkeitsn zwischen ^כ״ und כ״ח mußten eine gesunde Entwicklung der Tradition hindern. Die hervorragendsten Geister hatten die Fühlung mit dem Leben verloren und sich in die Gelehrtenstuben, in denen der Gesichtskreis ein enger, zurückgezogen. Dem wollte R. Gamaliel steuern. Eine Autorität sollte Macht haben, die Majorität des ordentlichen Gerichtshofes, welcher der Einzelne sich unbedingt fügen müßte. Aber er drang nicht durch, und die Individualitäten behielten die Oberhand. Bald trat — namentlich in Folge ungünstiger Zeitverhältniffe — eine hervorragende Persönlichkeit, R. Akiba, in den Vordergrund. Er allein genoß bei seiner Schule die Autorität eines ganzen Gerichtshofs. Aber nach seinem Tode entstanden Lehrhäuser ohne Zahl, die R. Simeon b. G. II vergeblich dem großen Gerichtshöfe unterzuordnen sich bemühte. Da von den zeitgenössischen Gerichtshöfen, die Nichts mehr zusammen thun wollten, eine Erhaltung oder gar gedeihliche Förderung der Tradition nicht mehr erwartet werden konnte,