Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 26 (1877)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Mardochai ben Hillel, sein Leben, seine Schriften und die von ihm citirten Autoritäten
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 114 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2829132-2829486-2829490-2869840--17339-2869868- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Elijah 1× ep/1004307
OCR text
114 Mardochai Den Hillcl, feite'), Angabe ist entschieden die richtige. Mardochai pflegt nämlich den Namen seiner Lehrer, je nachdem diese zur Zeit bereits gestorben, oder noch am Leben waren, die Euphemie ז׳ל oder hiiizuzufiigen ^). Eines seiner Hauptlehrer, des Perez b. Elija, gedenkt er, so hänfig er ihn auch anführt, nie und nirgends als eines bereits Verstorbenen; wohl aber bezeichnet er ihn, durch ein solches ׳5!י׳, an den verschiedensten Stellen seines Buches als zur Zeit der Abfassung desselben noch lebend. Nun ist es aber Mardochai nicht gegönnt gewesen, sein Buch zu vollenden; dieses ist vielmehr erst nach seinem Tode, nach Collectaneen, die er hinterlassen hat, redigirt und herausgegeben worden 8). Der im I. 1300 verstorbene Perez b. Elija 4) hat also seinen Schüler Mardochai überlebt; Mardochai muß demnach schon vor 1300 unter den Streichen der Mörder gefallen sein, und sein Todesjahr in der That auf 1298 angesetzt werden. Dieses war das grausige Jahr der durch Rindfleisch in Scene gesetzten blutigen Judenverfolgung. Als eines ihrer zahllosen Opfer fiel auch Mardochai 6), mit ihm zugleich seine Frau und fünf Kinder *), und zwar, da die Niedermetzelnng der Juden in Nürnberg am 1. August (22. Ab) stattfand 7), genauer am 1. August des Jahres 1298. Die _ E ’) Vgl. S teinschneider a. a. O. das. und Landshut, Amude Ha-Aboda S. 198. *) S. hierüber wie über das Folgende weiter Abschn. III. '1 Vgl. weiter Abschn. V. 4) Vgl. Zunz, z. Geschichte, S. 41. •) Es wäre auch nicht abzusehen, welcher Umstand im I. 1310, wo in Nürnberg keinerlei Judenverfolgung stattfand, zu der Niedermetzelung einer ganzen jüdischen Familie hätte führen können. S ch u d t, der (jüd. Merkw. IV. S. 260 flg.j nach den ״historischen Nachrichten n. Nürnberg" die kleinlichsten die dortigen Juden betreffenden Nachrichten bringt, erzählt wohl vom I. 1298 daß ״sie gebrand wurden, so lang biß der Kayser hieffe aufhören", vom I. 1310 aber hat er absolut Nichts zu berichten. °) A u e r b a ch a. a. O. das. י) Vgl. Zunz, synag. Poesie S. 34 u. G raetz, Gesch. VII S. 269.