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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1877-01-01 · Heft 3 · p. Seite 113

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
26 (1877)
Issue
Heft 3
Article
Mardochai ben Hillel, sein Leben, seine Schriften und die von ihm citirten Autoritäten
Date
1877-01-01
Page
Seite 113 (sequence 6)
Language
German
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sein Leben, seine Schriften und die von ihm citirten Autoritäten. 113 Betracht zu ziehen sind bloß zwei, einander widersprechende. Angaben, die aber beide mit großer Bestimmtheit auftreten. Zacuto, der aber selber schon aus einer altern Quelle geschöpft hat '), giebt 1310 als Todesjahr des Mardochai an 2); ihm folgen alle älteren und die meisten neueren Literarhistoriker ^). Das Machasor von Salonichi hingegen enthält einen Klagegesang, welcher Mardochai unter den Opfern der Verfolgung d. I. 1296 anführt *); auch das Mainzer Memorbuch nennt ihn unter den Märtyrern dieses Jahres *). Die letztere auf so positive Daten beruhende, wenn auch vielfach bezweidirect auf ״Rabbi Mardochai", wobei ihm, da Wülfer (vgl. auch M ü l l n e r s handschriftl. Annalen IV. p. 1238 b> das Faetum ausdrück- 'lich auf 1406 ansetzt, er selber aber den Mardochai schon im I. 1310 gestorben sein läßt, nichts Anderes übrig bleibt, als zu behaupten, Wülfer setzt ״den Vorgang um 96 Jahre weiter hinaus, nur die Sache Zweifelhastig zu machen", als ob der judenfeiudliche Täufling bestrebt gewesen wäre, das Gehässige in diesem Berichte von dem Rabbi Mardochai abzuwälzen und einem andern Mardochai zuzuschieben. Offenbar verhalt sich die Sache umgekehrt; der Name Mardochai wurde benutzt, um die unsittliche Handlung, die ein obscurer Nürnberger Jude im Anfänge des 15. Jahrhunderts verübt haben soll, dem von den Juden verehrten Gesetzeslehrer und Märtyrer Mardochai b. Hillel zu imputiren. Diese Ab- , sicht verräth S^i’fel selber deutlich genug, indem er am Schlüsse seines Berichtes sagkMs hieße bei den Juden von ähnlichen, ״durch die Christen von Leben zum Tod gebrachten" Missethütern ״er ist um der Religion willen gestorben, da Er doch den Lohn seiner Sünden empfangen hat". 0 Vgl. ob. S. 82 Anm. 2. a) Iucha s. S. 223. 3) S. Schalschelet S. 45 b, Kore 24 a, Z e m ach - Zedek (ed. Off enb.) S. 29 a, Seder ha - Dorot l. S. 138 b ׳, vgl. Würfel (a. a. O.). Auch Zunz (Syuagog. Poesie S. 36) acceptirt diese Angabe, ebenso Steinschneider, obzwar er ihre Nichtigkeit in Frage, stellt (a. a; D. 6. 2761 s. v. Z id kij j a). 4) S. die Notiz-won C a r m o l 1) in der Zeitung d. Judent h um s 1856, S. 2Ä-. ö) S arm 01t) a. a. O. das. Auerbach (a. a. O. S. 15) führt den betreffenden Passus aus dem im Besitze Carmoly's gewesenen Handschriftlichen Mernorbnche an. Frankel, Monatsschrift xxvi. 3. 8

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