Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 26 (1877)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Präcisirung der Zeit für die, die Judäer betreffenden Vorgänge unter dem Kaiser Caligula
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 101 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2829132-2829486-2829490-2869839--17325-2869855- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Vorgänge unter de m Kaiser Caligula. 101 gende Begebenheit habe also nur im Ganzen vier Monate und acht Tags gedauert (14. Tischrt bis 22. Schebat). Die Scholia zu den Gedenktagen der Megillat Taanit stammen zwar aus verschiedenen Zeiten, manche aus sehr später Zeit. Aber dieses Scholion muß aus einer alten und historischen Quelle stammen. Denn es kennt viele Details, welche auch Philo und Josephus anführen. Es kennt den Statthalter Petronius, den es als Boten oder Gesandten bezeichnet; es führt ferner an, daß die Menge ihn angefleht hat, den Entweihungsversuch aufzugeben : היו צועקים ומתחננים לשליח. Es giebt ferner an, daß die Menge in vielen Städten, welche der Gesandte berührte, in Trauer zubrachte: ראה בני אדם שהיו מוטלין בשוק על השק ועל האפר. Endlich stimmt auch die von ihm angegebeneZeit aufsGenaueste,wie wir weiter sehen werden. Aus dieser, wenn nicht klassischen, doch beachtenswerthen Quelle wird Josephus' Zeitangabe bestätigt, daß der Vorgang im Herbste stattgefunden hat. Der Widerspruch besteht also in aller Schärfe und kann durchaus nicht ausgeglichen werden. Keim's Ausgleichung, daß der Befehl Caligula's und Petronius' erste Verhandlung mit den Judäern im Sommer des Jahres 39 39 zu setzen sei, die sich dann den ganzen Winter den ganzen Sommer 40 bis zu Caligula's Tod Jan. 41 hingezogen habe, dieser Ausgleich ist unhaltbar, und es ist unbegreiflich, wie sich dieser Forscher die Sache so leicht machen konnte zu bemerken: ״die gegenseitige Ergänzung (Philo's und Josephus', eines aus dem andern) ist nicht schwer herzustellen" (Geschichte Jesu von Nazara I, 237 e.). Denn nach dieser Annahme hätte sich die Angelegenheit anderthalb Jahre, von Sommer 39 bis Caligula's Tod Anfangs 41, hingezogen. Wir haben aber eben aus dem Scholion erfahren, daß sie kaum 5 Monate gedauert habe. Selbst aus Josephus' Relatio>t geht hervor, daß die Spannung sich