Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 26 (1877)
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 94 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2829132-2829486-2829489-2869781--17316-2869835- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
94 Recensionen. nung gefunden hat und auch vielfältig schon benutzt worden ist, so ist diesem Theile noch ein ungleich größerer Erfolg in Aussicht zu stellen, da der scharfsinnige, gelehrte und umsichtige Halachist im Quellengcbiete dieses Theiles in seinem eigentlichen Heim, seinem Elemente sich bewegt. Wenn man Referenten fragen würde, welche der gekannten, einander entgegengesetzten Richtungen der Verfasser eingeschlagen habe, ob die Frankel'sche, ob die Schorr-Geiger'sche, so müßte er antworten: Streng genommen keine von beiden, sondern eine gewisse mittlere Richtung, welche allerdings der Geiger-Schorr'schen näher kommt. An Frankels Art erinnert die Charakteristik der Lehrweisen der einzelnen hervorragenden Tanaiten und die Belegung dieser Cyarakteristik durch Aufzählung der entsprechendenHalachoth und Hagadoth, deren Herr Weiß eine größere Zahl noch aufbietet, als dies in דרכי המשנה geschehen ist. An Schorr und Geiger erinnern die Schärfe und der Freimuth in der Beurtheilung der Persönlichkeiten und der Strebungen einzelner tonangebender Tanaiten. Nef. sagt: man wird erinnert, und zwar mehr durch äußere Merkmale und von der formalen Seite der Behandlung des Stoffes, als durch innere Kennzeichen und von der materiellen Seite; denn man merkt allerortendaß der gelehrte Verfaffer sachlich den immensen Stoff schon völlig bewältigt hatte, ehe er sich zum Zwecke der Darstellung bei seinen Vorgängern ׳ Raths erholen ging. Man merkt — was Ref. nur lobend hervorheben muß —, daß der Verfasser vorurtheilsfrei und ohne die geringste Voreingenommenheit bald an den Einen, bald an den Andern sich anschließt, je nachdem eben der Eine oder der Andere in den einzelnen Fällen dasjenige gefunden und ausgesprochen hat, was dem wiffenschaftlichen Gefühle des Verfaffers mehr zusagt, daß er aber zumeist sein Eigenes, Urthümliches bietet. Diese Eigenart und Urthümlichkeit besteht hauptsächlich darin, daß der Verfasser, ein hervorragender Vertreter