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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1877-01-01 · Heft 2 · p. Seite 89

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
26 (1877)
Issue
Heft 2
Article
Das Zeitalter der griechischen Übersetzung des Buches Hiob
Date
1877-01-01
Page
Seite 89 (sequence 7)
Language
German
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Das Zeitalter der griechischen Uebersetzung des Buches Hiob. 89 und dann wäre es dem Patriarchen Gamaliel bekannt gewesen utid hätte ihn nicht bei der Ueberreichung überraschen können. Auch wäre es nicht mitergegangen, wenn es zu dieser Zeit existirt hätte. Diejenige, welches dem Patriarchen Gamaliel I überbracht wurde, muß also eine grie ch ische Uebersetzung gewesen sein, und auch diejenige, aus welcher sein Ettkel später gelesen hat. Das folgt. ohne weiteres aus dieser Tradition. Man darf es nicht auffallend finden, daß die Patriarchen Griechisches zu lesen verstan den haben sollen. Hat ja Akylas seine Uebersetzung den Tanaiten R' Elieser und R' Josua vorgelesen, und sie haben ihm Lob dafür gespendet. Die Tanaiten haben also Griechisch ver« standen. Mit dieser Annahme ist die ganze Erzählung verstündlich. Man hatte dem ältern Gamaliel, während er auf dem Tempelberge weilte, etwas Neues überbracht; man hatte ihm eine griechische Uebersetzung des Hiob übergeben, die von Aegypten oder Syrien aus nach Jerusalem gebracht worden war. Der Patriarch hatte bis dahin keine Ahnung von der Existenz einer Hiob-Uebersetzung und war nicht erfreut darüber; die Hagiographen sollten nicht zur erbaulichen Lectüre für Jedermann dienen. Er beeilte sich daher, das ihm überbrachte Exemplar zu beseitigen und wollte damit zu erkennen geben, daß er eine Popularisirung dieses Buches für verpönt halte *). Aber damit ') Die Halacha oder das Gesetz, daß man an Sabbat auch Hagiographen und auch in Uebersetzung vor Feuersgefahr retten dürfe, beruht im Grunde auf diesem Garnälielischen Praecedsnzfall. Rabbi, welcher die Ansicht (gegen R' Joss oder I. ben-Jehuda) vertreten hat, daß Gamaliel die Hiob-Uebersetzung nicht hat vernichten, sondern lediglich verstecken (UH lassen (o. S. 85), folgerte daraus, daß man Hagiographen, auch in Uebersetzung nicht zerfrören dürfe, folglich auch am Sabbat dem Brande entziehen müsse, obwohl sie, weil übersetzt, beseitigt werden sollen. Diese seine Ansicht formulirte er in der Mischna (Sabbat XVI, 1): . . כל כחכי הקרש מצילין איתן מפני הדליקה בין שאין קורין בהן ואף על פי שכתובים בכל לשון טעונים גניזה. Zum Schlüße muß selbstverständlich gelesen werden: וטעונים גניזה, Die Ha-

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