Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 26 (1877)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Das Zeitalter der griechischen Übersetzung des Buches Hiob
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 88 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2829132-2829486-2829489-2869780--17309-2869829- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
88 Das Zeitalter der griechischen Uebersetzung des Buches Hiob. chaldäische Uebersetzung zu den Hagiographen perhorrescirt wurde, wußte der Talmud selbst nicht befriedigend zu beantwarten. Ter Grund scheint aber der gewesen zu sein, um die Hagiographeu nicht zu popularisiren. Vom Pentateuch und den Propheten existirten Targumim, welche bei der öffentlichen Vorlesung für das weibliche Geschlecht und Unkundige benutzt wurden. Aus den Hagiographen dagegen wurde niemals in den Synagogen öffentlich verlesen l) — mit Ausnahme der Esther- Rolle. Nun enthalten manche Hagiographen Verse, welche mit dem Pentateuch und dem ausgeprägten Judenthum damaliger Zeit nicht in Einklang stehen: in den Psalmen Geringschätzung der Opfer, in Hiob Skepsis gegen die Auferstehung, in Koyelet gar Leitgnung der Unsterblichkeit; das Hohelied stimmte nun gar nicht zu der herrschenden religiösen Anschauung. Die Lehrer empfanden daher eine Scheu, diese Bücher der heiligen Schrift den Unkundigen in der ihnen geläufigen Sprache, in Targumim, in die Hand zu geben. Sie waren es, welche allen denen, welche eine Uebersetzung der Hagiographen unternehmen wollten: ״g e n u g"! zuriefen. Jndeffen was auch der Grund der Antipathie gegen Hagiographeu-Targumim gewesen sein mag, es haben thatsächlich keine existirt. Das Targum zu den Sprüchen ist bekanntlich der?esobitt« in theilweiser Aenderung entlehnt. Und doch hat Gamaliel U aus einer Hiob - Uebersetzung gelesen, und wurde deswegen von R' Chalaphta interpellirt und auf das Beispiel seines Großvaters hingewiesen (o. S. 85), daß dieser die Uebersetzung dieses Buches perhorrescirt hat! Diese Version kann also nicht ein chaldäisches Targum gewesen sein, wie bisher behauptet wurde (Zunz, gottesdienstl. Vorträge S. 62). Denn ein solches hätte nur in Palästina entstanden sein können, '1 Vgl. Tos. Sabbat XIV, u. b. das. p. 116 b כחכי קדש אין קורין בהן.