Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 26 (1877)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Das Sendschreiben der Palästinenser an die ägyptisch-judäischen Gemeinden wegen der Feier der Tempelweihe
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 59 (sequence 11)
- Language
- German
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Gemeinden wegen der Feier der Tempelweihe. 59 seiner Gnade gewürdigt worden sei. Diese sollen sich also nicht als eine gesonderte Gemeinschaft betrachten, sondern ihrer Zusammengehörigkeit mit den Bewohnern des heiligen Landes eingedenk sein und also mit ihnen gemeinsam die in Jerusalem eingesetzte Feier begehen. Vielleicht liegt auch darin ein leiser Protest gegen den Oniastempel. Ist also der Inhalt des Briefes mit Ausnahme der Sagen und der Jdentificirung Nehemia's mit Zerubabel — welche die Schreiber Kon« fiele gegeben haben, — historisch und nicht das Machwerk eines Falsarius, so gewährt er uns einen Einblick in das Verhältniß der Muttergemeinde zur ägyptischen Colonie. Diese nahm keinesweges lebendigen Antheil an den Vorgängen in Judäa während der Makkabäerkämpfe, auch nicht an der Tempelweihe. Die Chanuka-Feier zu begehen mußte sie erst aufgefordert werden. Wenn also das II. Makkabb. angiebt, daß in Jerusalem bestimmt worden sei, daß das ganze judäische Volk diese Feier begehen sollte (10, 8): navrl raj rmv 3!ovdaiwv i'&vec xar’ ivutvmv äyeiv raads mg ijiisoag, so ist das der Erfahrung einer späteren Zeit entnommen. Es geht aber auch aus dem Sendschreiben hervor, daß in Judäa ein hoher Werth darauf gelegt wurde, die ägyptischen Judäer zur Lebensgemeinfchaft heranzuziehen. Zwei mal sind von Jerusalem aus an diese ein Sendschreiben gerichtet worden, unter Simon im Beginne seiner Verwaltung 169 Sei. — 143 und unter Hyrkan I 188 Sei. — 124. Wir erfahren auch daraus, daß es damals eine Gerusia gegeben hat, was übrigens aus dem I. Makkabb. bekannt ist. Interessant ist auch in dem Sendschreiben das Compliment, welches dem Aristobnl gemacht wird,. daß er vom Geschlechte der gesalbten Priester, d. b. der Hohenpriester sei und zum König Ptolemäus in naher Beziehung stehe, dessen Lehrer sei. Es ist offenbar eine csptstio benevolsntise. Unter dem König Ptolemäus im Jahre 188 Sei. --- 124 kann nur Ptolem. VH