Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 26 (1877)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Das Sendschreiben der Palästinenser an die ägyptisch-judäischen Gemeinden wegen der Feier der Tempelweihe
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 55 (sequence 7)
- Language
- German
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Gemeinden wegen der Feier der Tempelweihe. 55 diesen, dem judäischen Gemeinwesen Conceffionen zu machen, und er ging darauf ein (I. Makkab. 13, 34 fg. vgl. 0. S. 11). So läßt sich diesem Sendschreiben von keiner Seite mit anfechtenden historischen Thatsachen beikommen. Nichts spricht gegen dessen Historiciiät, als daß die Briefschreiber einige Sagen über Thatsachen, die mehrere Jahrhunderte vorher vorgefallen waren, als historisch angenommen haben. Für die Geschichtlichkeit des Sendschreibens spricht aber entschieden der Umstand, daß es Antiochos Epiphanos' Tod nüchtern erzählt und keine Sage daran knüpft. Das erste Makkabb. berichtet, dieser König habe in seiner Krankheit seine Frevelthat an den Judäern bereut, das zweite übertreibt noch diese Sage, er habe sich vorgenommen, zum Judenthum überzugehen (9, 17). Von diesen Sagen weiß dieses Schreiben nichts. Es muß also vor der Abfassung dieser beiden Schriften geschrieben sein. Unerheblich ist es, daß es Antiochos Epiphanos eben so enden läßt, wie sein Vater umgekommen ist, durch einen Angriff der Priester gegen ihn wegen Tempelschändung. Denn diese Verwechselung berührt nicht den Hauptinhalt des Briefes. Je schärfer man den Inhalt des Sendschreibens ins Auge faßt, desto mehr tritt die Geschichtlichkeit desselben ans Licht. Sein Zweck war, die Judäer in Aegypten dafür zu gewinnen, daß auch sie die Chanuka-Feier begehen mögen. Diese Aufforderung wird dreimal wiederholt (l, 9, 18; 2, 16). Zweimal ist angegeben, daß die Judäer diese Aufforderung zur Zeit ergehen laflen, als sie im Begriff sind, diese Feier zu begehen:!1ükovteg vvv nyeiv. Das erste mal ist dabei angegeben, daß sie es im Jahre 188 8el. thun. Um die Wichtigkeit dieser Feier zu begründen, werden zwei Umstände angeführt: der eine, daß Gott selbst die Errettung herbeigeführt habe, indem Antiochos Epiphanes auf eine ungewöhnliche Weise umgekommen sei, als wenn Gott selbst gegen ihn Krieg geführt hätte: w? äv jtqoc