Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 26 (1877)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Das Sendschreiben der Palästinenser an die ägyptisch-judäischen Gemeinden wegen der Feier der Tempelweihe
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 53 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2829132-2829486-2829489-2869776--17270-2869794- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Gemeinden wegen der Feier der Tempelweihe. 53 Ganze, ein einziges Sendschreiben bildet, daß es in hebräischer Sprache abgefaßt war, und daß die Voraussetzung von Nehemia's Tempeleinweihung auf einem verzeihlichen Jrrthume beruht, und endlich mit Eliminirung der Kopisten- und Uebersetzungsfehler giebt es keinen Umstand in demselben, welcher die Historicitat verdächtigen könnte. Die Relation von dem wunderbaren Feuer bei der Tempelweihe und von Jeremia's Veranstaltung, die wichtigsten Tempelgeräthe zu verbergen, waren wohl ältere Sagen, welche die Briefschreiber geglaubt haben. Mögen sie auch wundergläubig gewesen sein, darum können sie doch ein Sendschreiben an die Alexandriner im Jahre 188 8vleuviäsrum gerichtet haben. Was sonst noch gegen die Historicitat desselben eingewendet wird, ist von keine»! Gewicht. Der Einwurf von der »!!geschichtlichen Voraussetzung, daß die Chanukafeier erst nach Antiochos' Tod angesetzt worden sei, beruht auf der Annähme von zwei Sendschreiben und auf der andern, daß das zweite mit V. 1, 10, getrennt vom vorhergehenden Datum, beginne, und daß dieses von Juda Makkabi mit unterzeichnet sei. Das sind aber falsche oder doch jedenfalls unerwiesene Voraussetzungen. Der Einwand, warum die Palästinenser so lange gezögert haben, die Alexandriner zur Milfeier des Chanukafestes aufzufordern, kann ja in einem uns unbekannten Umstand und in dem Verhältniß der Muttergemeinde zur Tochtergemeinde gelegen haben. Es kann z. B. darin gelegen haben, daß Onias, der nach Aegypten entflohene Hohenpriestersohn, noch iminer die Hoffnung gehegt haben mag, die erbliche Würde seines Vaters einzunehmen, und darum die Rangerhöhung der Hasmonäer nicht anerkannt haben mochte. Das hasmonäische Hohenpriesterthum hing aber aufs engste mit der Tempelweihe zusammen. Das Verdienst, Tempel und Cultus in ihrer Reinheit wiederhergestellt zu haben, beschwichtigte in Judäa das Bedenken, von der Erblichkeit der Hoherpriesterwürde abzugehen. Die alexandrinische