Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 25 (1876)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Die Fabel in Talmud und Midrasch
- Date
- 1876-01-01
- Page
- Seite 496 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2829132-2829472-2829485-2869722--17174-2869752- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
496 Die Fabel in Talmud und Midrasch. rückte, wieder das Seinige und theilte den Zug in zwei Halften, damit im schlimmsten Falle, wie er sagte: אם ימא עשו אל המחנה האחת והכהו והיה המחנה הנשאר לפליטה, wenn schon Esau das eine Lager schlagen sollte, das andere wenigstens sich retten könnet Damit gestand Jakob den Seinen schon, daß er sich denn doch nicht stark genug fühle, im Falle des Kampfes sie Alle-sondern nur eine Hälfte von ihnen schützen zu können. Und als er dann endlich vor Esau angekommen und die Gefahr am höchsten war, da sah er erst recht seine Ohnmacht dem Heere Esau's gegenüber ein, und im Angesichte der Gefahr ward das Gottvertrauen erst recht lebendig in ihm; da erwachte dieser heilige Gottesfunke mit mächtiger Gewalt in seiner Brust; nnd er sagts-'sich ״Hier ist Menschen Hilfe vergebens, mein Arm zu schwach; hier kann ich nichts thun, hier muß und wird nur Gott helfen; indem er Esau's Herz zum Guten lenken wird". Und er sagte zu den Seinen: ״Ich fühle mich hier zu schwach, auch nur Einen von euch zu schützen; begebet euch daher unter Gottes Schutz. Er wird jedem Einzelnen von euch seine gnadenreiche Hilfe senden und Esau's Herz euch zuwenden". כלחר וחדזכותיה תקום ליה. Und er täuschte sich und sie nicht, Vater Jakob, was wir allerdings vom Fuchs in unserer Fabel nicht wissen. Eigenthünrlich ist es immerhin, wenn auch der Fuchs in unserer Fabel-Nichts Böses thut, daß hier Esau als der Löwe, und Jakob als der Fuchs hingestellt wird. Vielleicht liegt darin eine Anspielung auf den Namen יעקב, der Schlaue! Die Lehre der Fabel ist: Der Mensch lebe stets so, daß er . in der Stunde der Gefahr sich . der Gotte s Hilfe würdig wisse und darum mit Zuversicht auf sie rechnen könne; denn Menschen Hilfe ist nur zu oft täuschend und unzureichend. ׳<■■■ Einem jüngern Zeitgenossen dieses Rabbi Levi gehört fol: aende Fabel an: