Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 25 (1876)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Die Fabel in Talmud und Midrasch
- Date
- 1876-01-01
- Page
- Seite 495 (sequence 3)
- Language
- German
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Die Fabel in Talmud und Midrasch. 495 der Fabel zu: den Thieren sagte: er sei im . Stande, durch den Vortrag vvn Fabeln die Zorneswolken von der königlichen Stirne zuverscheuchen. F a b el r unb: ׳® e/Le:t e chÄbens doch mehr Aehiilichkeit und Verwandtschaft mit -einanderals Fabeln und Kampf! -7, ׳ Bei einer genauern Betrachtung jedoch zeigt es sich, daß gerade dadurch die Anwendung. der Fabel auf diesen speziellen Fall eine - höchst .gelungene ist; besonders, wenn wir uns die. einzelnen Wendungen in der Fabel vergegenwärtigen,--; wie! der Fuchs die Thiere dreimal täuschte, da ergiebt sich, daß.nur daN« die Anwendung der Fabel glücklich durchgeführt ist-, wenn man Jakob — mit Rabbi Levi— auf den Kampfesmuth sich berufen läßt. Talnmd und Midrasch lassen Jakob לרוחן למפלה ולמלחמה sich vorbereiten. In dem Umstande, daß sie ihn nicht ausschlieKlich im Gebete die einzige Stütze suchen, sondern -auch andere Anstalten treffen lassen, zeigt sich die gesunde talmudische -Anschauung, daß Gottvertrauen nicht heiße, mit müssigen Armen ganz unthätig der Gotteshilfe entgegenharren,. sondern, Tdaß--dev Mensch zuerst, das Seinige thue und im llebrigen dann auf Gott vertraue. , So lassen sie Jakob das Hauptgewichtwohl auf Gotteshilfe legen, deßwegen durfte er aber nicht unterlassen, auch die natürlichen Hilfsmittel vorzubereiten und anzuwenden. Doch nur er allein legte das Hauptgewicht auf GottesKilfe;- die Uebrigen hingegen, die Frauen und die Kinder, dienschtso fest im Gottvertrauen waren, wie Jakob, sie legten; wieder den Hauptwerth auf die Selbsthilfe. Nur der Kampf, /der starke Arm, bildete ihre Zuversicht. Diesen, um sie zu ermuthigen> mußte Jakob fort und fort versichern: .יש בי. כח ל׳עויוך מלחמה ״Ich fühle mich stark genug, den Kampf aufzunehmen". und euch Alle zu beschützen. In Wahrheit aber baute er weniger auf seinen starken Arm, als auf Gott, der entweder Esau's HeH zum Guten lenken, oder, im schlimmsten Falle, im Kampfe ihm. beistehen werde; darum that er auch, als die Gefahr näher