Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 25 (1876)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Bibliographische Mittheilungen aus München
- Date
- 1876-01-01
- Page
- Seite 353 (sequence 4)
- Language
- German
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Bibliographische MitLheikungen aus München. 353 anstaltet. Ein Exemplar dieser Ausgabe, 22 unpaginirte Bl: enthaltend, vielleicht ein Unicum, befindet sich in der K. HofundStaatsbibliothek zu Mü'nch en >). Eine genaue Prüfung des Inhaltes erweist, daß die jüdisch-deutsche Ausgabe nicht bloß in Bezug auf die Strophenzahl 196, sondern auch die ganze Bibel in jüdisch-deutscher Uebersetzung erscheinen zu lassen und betont mit besönderem Nachdrucke die Pflicht, dem weiblichen Geschlechts die Kenntniß der Bibel zugänglich zu machen. Ich lasse die interessante > Stelle in deutscher Umschreibung folgen: . ״Ihr lieben fromme Weiber und Maiden, ich will euch einerlei thun bescheiden, was die Meinung ist von dem Sefer und daß es nit as (wie) andere schlechte Bücher, nein es is nit asu (so), es geht anders zu. Nit as etliche Narren, die thun klaffen, sie meinen, die Welt sei von ihren Wegen allein beschaffen und ein Anderer ist in ihren Augen , \ nist (Nichts), sie fragen nicht wer er ist, denn Alles was Gott ,ימ hat ־;, beschaffen, auf der Welten, daß man soll sein' Thora und Mizwoth hal- " ten, es sei im Großen oder Kleinen, Weiber oder Mannen, Arm oder 1, Reich bei Gott gelobt ist Alles gleich; denn der Seder Olam (Weltenlauf) ' ist, man hält bifrat (besonders) von Weiber gar nist und sein gar für : Nichts, es sei jung und alt, thnt man ihn (ihnen) Unrecht und Gewalt 4t und das is wider Gott jisborach Willen, daß man soll aus sein Be- - ,A schäffniß (Geschöpf) spielen . . . und die ersten Reden, die Gott ge- , Z lobt mit dem Volk Israel hieß reden, do waren die- Weiber und daß, | klein Gesinden, as ihr in dem Chnmmesch wert gefinden und darum .'׳ ihr lieb Weiber darvon thut man lernen, daß die Weiber sein auch schul- \ dig zu lernen, was anbelangen is das Chnmmesch und das Csrim w'arba Z . . . ״ . Deßhalb wurden die biblischen Bücher ins deutsche über-, 3 tragen, damit jede Frau auch ohne Beihülfe eines Lehrers, auch die Armen, .4 die keinen ausreichenden Unterricht geniessen konnten, sich mit dem Inhalte | der Bibel bekannt machen könne ..." Drum wert ihr auch thun, ׳;! was billig (בילך) is und wert nit karg sein auf die etliche Groschen und -A wert die Megilla kafen, da wollen wir mit Gottes Willen die ganz Esrim w'arba in Deutschem drucken. ... H ו) Eine kurze Mittheilung über dieses Buch hat — wie ich nach- - träglich aufmerksam gemacht werde — bereits Frommann in ״Anzei- A ger für die Kunde der deutschen Vorzeit" B. XV Jahrg. 1868 S. 128 "׳ gegeben, die Beibände sind dort zum Theil ungenau bezeichnet; Bnd I (זולחות) fehlt die Angabe des Druckortes Thannhausen; H ״ein schön Frauenbüchlein" ist nicht Posen, sondern Basel 1602! gedruckt und Josef b. Weser Chasan aus Posen bloß der Editor; bei V | das Lied von R. Mosche Zurit, fehlt der Druckort Prag. SrankeL, Monatsschrift xxv. mJ; 28 . ■:i