Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1876-01-01 · Heft 9 · p. Seite 347

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
25 (1876)
Issue
Heft 9
Article
Die Abfassungszeit des Pseudo-Aristeas
Date
1876-01-01
Page
Seite 347 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2829132-2829472-2829482-2869533--17000-2869551
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Die Abfassunzszeit des Pseudo-Aristeas. 347 war, daß derselbe feindselig gegen die Judäer gehandelt hat. Besser paßte ihm dessen Bruder und Vorgänger Ptolemäus VI. Philometor, dessen Judenfreundlichkeit bezeugt ist. Auf diese Weise componirte der Vers, seine Schrift ״die Widmung an Philometor", um dem Inhalt mehr Gewicht zu geben, daß die Belehr'ung von einem judäischen Peripatetiker, dem Lehrer des Königs, ausgegangen und an diesen König, gerichtet gewesen sei. Es folgt also daraus, daß das dem H Makkabb. vorangestellte Sendschreiben vom Jahre 122 aatv, selbst wenn dessen Echtheit in Frage gestellt sein sollte, älter als Pseudo-Aristobul fein muß, oder richtiger, da dessen Echtheit unzweifelhaft ist'), daß die griechische Uebersetzung desselben älter als Pseudo-Aristobul ist. Hat der Epitomator des II Makkabb. dieses ״Sendschreiben aus Jernsalem an die Judäer Aegyptens" und besonders an Aristobul ins Griechische übersetzt — wie aus manchen Parallelen hervorzugehen scheint — so ist auch das U Makkabb. älter als Pseudo-Aristobul. ׳Es versteht sich von selbst, daß die bei Eusebius von Aristobul citirten zwei Verse aus Hesiod, die drei aus Hemen und die fünf aus Kallimachos (oder Linus) über die Heiligkeit des siebenten Aages und die von demselben citirten Verse aus Orpheus über die Einzigkeit Gottes, über Mose, ferner über die ״Geb ote auf steinernen Tafeln" daß alle diese Verse unecht, vomVerf. der Pseudo-Aristobulischen Schrift selbst oder von einem Vorganger gedichtet und den griechischen Dichteryeroen vindicirt sind. Die Pseudorphica stammen von einem der judäischen Dichter, welche von der Zeit des zweiten Triumvirats bis nach der Tempelzerstörung und bis zur hadrianischen Zeit judäische Lehreu und Ermahnungen in griechische Verse geschmiedet und Heid- Nischen Sängem in den Mund gelegt haben. Aus der Constatirung der Abfassungszeit des Aristeasbrie- . 5$ :;Jj . H!׳'י ■r'M?1 1׳ י) Darüber in einem der nächsten Hefte. .

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.