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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1876-01-01 · Heft 9 · p. Seite 346

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
25 (1876)
Issue
Heft 9
Article
Die Abfassungszeit des Pseudo-Aristeas
Date
1876-01-01
Page
Seite 346 (sequence 10)
Language
German
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346' ’ Die Abfaffungszeit des Pseüdo-Aristeas. unter Aristobuls Namen erst in derZeitnachTiherius verfaßt worden. Josephus cittrt sie nicht. Indessen, wenn'man dieses argmnenlum e silentio nicht aufstellen darf, weil dieser Historiker auch das II und IV Makkabh. nicht kennt, deren Existenz zu seiner Zeit zweifellos ist, so geht doch ihre spätere Abfas׳ sungszeit daraus hervor, daß sie die Behauptung geradezu aufstellt, die griechischen Philosophen hätten aus Mosis v0(10&saCa ge-;! schöpft, was selbst Philo keineswegs so apodiktisch behauptet. Die fingirte Aristobulische Widmungsschrift gehört daher jedenfalls der nachphilonischen Zeit an. \ Ist diese Schrift, eine quasiphilosophische Apologie für das : Judenthum an Philometor gerichtet, singirt, so ist die Existenz ■ eines judäischen Peripatetikers Aristobul mehr als zweifelhaft. Denn sie ist lediglich durch diese Schrift beurkundet, als deren Verf. die beiden genannten Kirchenväter den Peripatetiker Aristobul aufstellen, und den vor ihnen nur Origenes und Anato- ' linus citiren. Eusebius' Angabe in der Chronik, daß Aristobul ■ der Peripatetiker zu Philonietors Zeit geblüht, ist ebenfalls unhistorisch, so wie die . ganze Untersuchung über Aristobuls Lebenszeit, welche Valkenaer mit so viel Gelehrsamkeit geführt hat, eine müssige. Denn ein judäischer Schriftsteller dieses' Namens hat nicht gelebt. Den Namen hat der Verf. unstreitig aus dem Sendschreiben im Eingänge zum II Makkabb. entlehnt. Daselbst wird nämlich Aristobul vom Geschlechts der gesalbten Priester, qls des Königs Ptolemäus Lehrer genannt: 1 Aqiacoßovlm öiSaaxaAu) roi1 IImXs(1aC0v ßaffiXemg. War Aristobul der Lehrer eines Ptolemäers, so konnte die Fiktion an ihn anknüpfen und ihm Belehrungen über das Gesetzbuch und das Judeuthum für den König in den Mund legen oder in die Feder diktiren. Aus km Datum des Sendschreibens geht zwar hervor, daß dieser Aristobul nur unter Ptolemäus VII (Euergetes II Physkon) . gelebt haben kann. Aber diesen König mochte der Verf, der fingirten Schrift nicht mit ihm in Verhältniß setzen, weil es bekannt

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