Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 25 (1876)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Die Abfassungszeit des Pseudo-Aristeas
- Date
- 1876-01-01
- Page
- Seite 339 (sequence 3)
- Language
- German
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Die Abfaffungszeit des Pseudo-Aristeas. 3SS angesehen und mit dem Phalereer identiftcirt hat. Freudenthals Conjectur, daß Pseudo-Aristeas ein solcher Lügenschmied gewesen sei, daß er auch Artapans Schrift verfaßt, sie selbst unter dem Namen eines Aegypters citirt, und noch andere Fälschungen sich habe zu Schulden kommen lasten, ist an sich unwahrscheinlich und dem Resultat dieser Untersuchung unhaltbar, v da jener in Tiberius' Zeit, dieser aber noch vor Alexander Polyhistor geschrieben hat, sie also um mehr als ein Jahrhundert von einander getrennt sind. Noch' auf einen dritten judäischen Schriftsteller scheint der Aristeasbrief anzuspielen. Gegen das Ende läßt er den König die Frage aufwerfen: warum denn die Geschichtsschreiber und Poeten das so bedeutende ״Gesetzbuch" nicht erwähnen, und darauf läßt er Demetrios Phalereus antworten: weil es zu heilig fei, diejenigen, welche es als profane Literatur hätten benutzen wollen, seien von Gott bestraft worden. Als Beispiel wird ein Tragödiendichter Theodektes angeführt, welcher mit Blindheit geschlagen worden sei, weil er Stoff aus dem göttlichen Buche für "ein Drama habe verwenden wollen '). Man nimmt ׳ gewöhnlich an, daß der Verf. den Tragödiendichter aus Lydien dieses Namens im Sinne gehabt habe, einen Schüler von Plato und Aristoteles. Allein sollte der Verf. nicht den Widerspruch gefühlt haben, den er damit beginge, daß er auf der einen Seite erzählt, wie das Gesetzbuch erst unter Philadelphus ins Griechische übersetzt worden, und auf der andern Seite angiebt, daß ein Grieche ein halbes Jahrhundert vorher es bereits benutzt habe! Woher sollte denn dieser lydische.Tragödiendichter die [ Kunde von dem Gesetzbuch erhalten haben, wenn es zu seiner!Zeit noch nicht ins Griechische übersetzt war? Diesen kann also ן bet Verf. unmöglich gemeint haben, und ein anderer des Na- I *)■8. p. 63, 2, sg.: xai naqot Qeodixtov Je tov %mv %qa- IxgiJtwv noiijTov fiersXaßov x. t. X. ' 22*