Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 25 (1876)
- Issue
- Heft 8
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1876-01-01
- Page
- Seite 335 (sequence 3)
- Language
- German
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Recensionen. ' 335 gefährlicher erscheinen, als ein Hagelwetter in der gemäßigten Zone. Mit wunderbarer Zähigkeit siechten sie unter den erschwerendsten Bedingungen sich die einmal erworbene Ruhestätte wenigstens für den Augenblick zu sichern. Wo hätten auch die Friedlosen bei der allgemeinen Unsicherheit des Handels und Wandels im spätem Mittelalter ein anders Unterkommen suchen und finden sollen? So war es auch in München. Auf den Verdacht hin, ein Christenkind ermordet zu haben, wurden am 11. October 1285 hundert und achzig Juden in ihrer Synagoge verbrannt. Schon 1287 erwirkten sie wieder die Erlaubnis!, die zerstörte Synagoge aufzubauen. Diese freundliche Gesinnung hielt nur so lange Stand, als das Interesse vorwaltete, ihre abermalige Änsiedelung zu begünstigen. Glaubte man nach einiger Zeit, sie hätten sich von den Schrecken erholt, so trat allmählich der Rückschlag ein. 1315 erschien eine neue drückende Judenordnung und das Recht der Niederlassung mußte von nun an mit schwerem Gelds erkauft werden. Vereinzelte Gewaltthätigkeiten verhinderten es nicht, daß die Seelenzahl der Gemeinde sich von Jahr zu Jahr vermehrte, bis die Schreckensjahre 1348/49 auch hier verheerende Judenverfolgungen hervorriefen. In Bayern allein sollen 10,000 Juden dem Fanatismus des Pöbels zum Opfer gefallen sein. Doch schon 14 Jahre später versprach Herzog Stephan wieder, ״die Juden in Oberbayern in ihren Privilegien und Rechten zu belassen," und diese Privilegien wurden 1375 und 1380 von Herzog Friedrich bestätigt und zum Theil erweitert. Aber wer dachte daran, den Juden sein Wort zu halten! Derselbe ihnen wohlgesinnte Herzog Friedrich betheiligte sich bereits zehn Jahre später an einer Versammlung der Großen, die ein Radicalmittel gegen die Judenschulden anwendete, indem sie beschloß, ״daß Niemand von den Herrn nnd Städten einem Juden weder Hauptgut noch Gesuch (d. h. Capital und Zinsen) zahlen, und daß die Juden ihnen alle Pfänder und Urkunden heraus geben sollten" (S. 52). Das war ein Mittel, das für den Augenblick Abhilfe schaffte. Für längere Zeit konnte es natürlich nicht Vorhalten. In der That, schon 1391 wurden een Juden vom Herzog Stephan wiederum zwei Grundstücke -erpsändet. Die,Judenschulden wuchsen von Neuem an und in