Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 25 (1876)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Die Abfassungszeit des Pseudo-Aristeas
- Date
- 1876-01-01
- Page
- Seite 302 (sequence 14)
- Language
- German
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M Die Abfaffungszeit des PseudMristeas. schreiben kann (S. 12 N.): ״Alles, was der Vers, von der Lage der Stadt (Jerusalem) vom Tempel erzählt, durchweg den Eindruck oder Glaubwürdigkeit auf mich macht". Wir haben aber gefunden, daß seine Schilderung durchaus nicht der Wirk-, lichkeit entspricht. Der Vers, hat sich nicht einmal Mühe gegeben, sich über Lage und Beschaffenheit Judäa's Jerusalems und des Tempels unterrichten zu lassen. « So viel wußte er, daß Samaritis ebenfalls zu Judäa gehört hat. Aber damit verräth er wieder die llnechtheit. Denn Samaria bildete zur Zeit der ersten Ptolemäer ein eigenes Gemeinwesen und wurde erst von Hyrkan l gegen Ende seiner Regierung um 107 mit Judäa vereinigt. Wir brauchen indessen dieses Argument nicht weiter auszunutzen, um die Unechtheit zu constatiren, da wir bereits noch beweiskräftigere gefunden haben, daß der Aristeasbrief in der׳ römischen Zeit verfaßt sein muß, da er den Morgengruß bei den Königen, (Kaisern) und das Delatorenwesen kennt, ja daß er in der nachherodianischen Zeit geschrieben sein muß, da er nicht bloß die von Herodes befestigte und mit Thürmen versehene Antonia, sondern auch die von dem Arabarchen Alexander herrührende Vergoldung der . Tempelthorflügel kennt. Daraus folgt, daß er in der nachaugusteischeu oder nachherodianischen Zeit geschrieben sein muß. Wir dürfen aber nicht allzutief in die Kaiserzeit hinabsteigen. Denn Philo, welcher in Claudius' Zeit seine Bücher oder Abhandlungen und Predigten niedergeschrieben hat, kannte bereits den Aristeasbrief, was auch von andern Forschern geltend gemacht wurde. Denn wenn auch Philo in der Erzählung von der Verdolmetschung des Pentateuchs manche Nebenumstände, die im Aristeasbriefe Vorkommen, verschweigt, so verräth er doch die Abhängigkeit davon durch die Erwähnung, daß die Dolmetscher vor dem König Philadelphus bei der Tafel philosophische Fragen beantwortet haben *). Es ist eine gedrängte Wiel) de Vita Mosis 6, Mangey H p. 139 mg K rjxov (06 nqsa-