Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 25 (1876)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Die Abfassungszeit des Pseudo-Aristeas
- Date
- 1876-01-01
- Page
- Seite 303 (sequence 15)
- Language
- German
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803 Die Abfassungszeit des Pseudo-Ar isteas. detgabe alles dessen, was die Epistel durch Fragen und Antworten weitläustig (p. 46—65) auseinandersetzen läßt. Dieser gar nicht zur Sache gehörende Umstand, daß der König die Weisheit der Dolmetscher habe erproben wollen, ihnen Fragen vorgelegt, und sie dieselben vollzählig nach einander beantwortet haben, kann nur dem Aristeasbriefe entlehnt sein. Josephus, obwohl weniger feinfühlig als Philo, und darum Prolixität nicht scheuend, kürzt ebenfalls diese sogenannte. Philosophie, diese Gemeinplätze in einem Fragen- und Antwortspiel, ab und verweist die Leser auf Aristeas selbst, sie dort nachzulesen (Alterth. XU, 2, 12). Der Jugend steht zwar Bescheidenheit an, aber trotzdem hätte sich Kurz dieses mal auf Ewalds Urtheil verlassen und nicht zweifeln sollen: utrum autem Philo Aristeam ante occalos habuerit annon, an Aristeas Philonem (p. 22). Hat Philo den Aristeasbrief benutzt, so muß er ihn für eine wahrhafte Geschichtserzählung gehalten haben — die Alten waren nicht besonders kritisch — und die Epistel muß vor seiner Zeit in Circnlation gekommen sein. Da nun Philo unter dem Kaiser Claudius schrieb, so muß diese notwendige Weise unter Tiberius verfaßt worden sein, so daß etwa 2 oder 3 Jahrzehnts zwischen der Abfassung derselben und Philo gelegen haben. Auf Tiberius' Regierungszeit weist außer dem Argumente von Alexander Lysimachos noch manche andere Andeutung im Briefe hin. Bei der Unterredung vom Delatorenwesen läßt der Vers, den Hohenpriester sprechen, ״der König lä ßt solche höchst verderbliche Menschen umbringen", und hinzufügen, ״wie wir - ßsis), £m %svcav xXtjäkvTss Xoyoig ä&veioig xal anovdaioig töv iffudroqa svwyovv av&eanwxeg:c O f1h> yäq dnenetqaxo xr/g ixädrov ocKptag x. r. X. Dieses Argument,,, welches auch Ewald geltend macht, ist unwiderleglich, daß Philo den Aristeasbrief vor sich gehabt hat. Er verschweigt die Mitwirkung des Phalereus dabei, weil ihm daran lag zu betonen, die Uebersetzung lediglich aus der Jnitiatzve des Königs allein entstehen zu kaffen.